Fußball-Idole des TSV Germania Cadenberge schreiben Geschichte
CADENBERGE. Selten gab es solch eine erfolgreiche Altherren-Fußballmannschaft im Landkreis Cuxhaven, die sich auch Jahrzehnte nach ihrer aktiven Zeit immer noch regelmäßig trifft. Der TSV Germania Cadenberge gewann vor 40 Jahren Altliga-Bezirksmeistertitel.
Es ist immer noch eines der größten Fußballspiele in der Vereinsgeschichte des TSV Germania Cadenberge. Vor 40 Jahren gewann die Altligamannschaft auf dem eigenen Platz den Bezirksmeister-Titel. Diese Mannschaft war und ist auch heute noch etwas Besonderes. Die Kicker von damals treffen sich nämlich noch regelmäßig. Aber die Corona-Pandemie hat den "Altgermanen" dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das geplante Jubiläumstreffen musste ausfallen, aber im kommenden Jahr soll es nachgeholt werden.
Geschichte geschrieben
Es war der 15. Juni 1980, als der TSV Germania Cadenberge gegen Rot-Weiß Scheeßel Geschichte schrieb. Für ein Altherrenspiel gab es eine Rekordkulisse auf dem Sportplatz am Alten Postweg. In einem packenden Endspiel vor 600 Zuschauern im Sophienpark besiegten die Cadenberger die favorisierten Gäste mit 5:0. Dabei war Scheeßel Titelverteidiger. Wie unsere Zeitung damals berichtete war "Schorsch" Heinßen "wieder einmal überragender Mann". Der "Kanonier" habe "drei herrliche Tore aus der zweiten Reihe" erzielt. Linksfuß Ploschke und Rolf Pieper waren die weiteren Torschützen.
Wenige Stunden vor der Partie hatte es wie aus Eimern geschüttet und in den beiden Torräumen des Fußballplatzes stand das Wasser. Die Spieler packten daraufhin mit an. Mit Sand, Schiebkarre und Schaufel bewaffnet, sorgten sie für einen gut bespielbaren Platz. Dennoch pfiff der Unparteiische die Begegnung später. Der Grund war allerdings ein anderer. Vor dem Kassenhäuschen standen zur geplanten Anstoßzeit ganz viele Zuschauer.
Großer Zuschauerandrang
20 Minuten danach rollte dann der Ball, zunächst mehr in Richtung des Cadenberger Gehäuses. Schon in 2. Minute rettete Germanen-Kapitän Hülsenberg für seinen schon geschlagenen Torwart Dohrn. Kurz danach verfehlte ein Scheeßeler Kopfball knapp sein Ziel. Nach dieser anfänglichen Drangphase der Gäste bekamen die Platzherren immer mehr Kontrolle über das Spiel. Und so fiel denn auch das 1:0 durch Ploschke aus dem Gewühl heraus. Gute zehn Minuten später war der Torschütze dann Vorbereiter für Heinßen, der mit einem 20-Meter-Schuss zum 2:0 traf. Das war der Halbzeitstand. Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Heinßen auf 3:0, ehe er nur fünf Minuten später mit einem 30-Meter-Flachschuss auch noch das 4:0 markierte. Dem eingewechselten Pieper war es vorbehalten, kurz vor dem Abpfiff mit dem 5:0 den Schlusspunkt zu setzen.
Rosen als Dank
Außergewöhnliche Szenen gab es nach dem Schlusspfiff. Zunächst rannten unzählige Fans auf den Rasen, um ihre Helden zu herzen. Anschließend überreichten die Cadenberger Spielerfrauen ihren Männern rote Rosen als Dank. Zu den ersten Gratulanten gehörten neben Cadenberges Vereinsvorsitzendem Herbert Gluth auch Altherren-Staffelleiter Hans-Dieter Hoffmeister.
Der mittlerweile verstorbene Harald Sträter, langjähriger Abteilungsleiter und Vorsitzender des TSV Germania Cadenberge, betreute damals die Alten Herren. Er war von der Harmonie in der Mannschaft beeindruckt, die er auch weiter erleben wollte. So ergriff er die Initiative und organisierte Wochenendreisen und gemeinsame Unternehmungen, die jährlich ausgerichtet wurden, gemeinsam mit den Frauen. Diese Reisen führten unter anderem nach Husum, Schleswig und an die Schlei, nach Waren an der Müritz und nach Rostock, nach Lübeck und nach Quedlinburg, nach Hamburg oder Bremen, nach Lüneburg, Hannover und an viele weitere Orte.
Viele Feierlichkeiten
Das Tagesprogramm war gefüllt mit Besichtigungen und Erkundungen mit Bildungscharakter, darauf legte der Lehrer Harald Sträter besonderen Wert. Tagesausflüge und Zusammenkünfte bei Feierlichkeiten gehören immer noch zum Programm der alten Germanen. In einem von Leonhard Baumert, Heino Höpke und Schorsch Heinßen verfassten Beitrag, in dem auch die Ehefrauen als wichtiges Element genannt werden, heißt es: "Die große Zusammengehörigkeit in unserer Gemeinschaft, der gegenseitige Respekt, die freundschaftliche Verbundenheit und die gemeinsamen Erlebnisse sind das Fundament unserer dauerhaften Gemeinschaft, die deshalb auch so lange fortdauert und um die uns manche Sportvereine beneiden."
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