Großer Schock für die deutsche Schifffahrt
Karl B. Kühne: "Pamir?-Katastrophe veränderte die Seefahrtsausbildung
<b>tas. ? Den gestrigen 50. Jahrestag des Untergangs des Segelschulschiffs "Pamir? nahmen der Nautische Verein und der Verein Trans Ocean zum Anlass, an die Tragweite der Katastrophe zu erinnern.</b> Ehrenvorsitzender Karl B. Kühne sagte im Gespräch mit den Cuxhavener Nachrichten: Der Untergang der "Pamir? am 21. September 1957 war ein einschneidendes Ereignis für die deutsche Seeschifffahrt. Der Untergang löste einen Schock aus, waren doch bis dahin alle Fachleute davon überzeugt gewesen, dass die in allen Stürmen erprobten und bewährten Viermaster der "Pamir?-Serie nicht umzubringen wären. Umso größer war der Schock über die Nachricht: "Segelschulschiff Pamir im Orkan bei den Azoren gesunken. Nur sechs Männer der 86-köpfigen Besatzung konnten gerettet werden.? Der heute 85 Jahre alte frühere Elbe-Seelotse Karl B. Kühne musste früher selbst noch Segelschiffszeit nachweisen, um Kapitän werden zu können. Damit war es bald nach der "Pamir?-Katastrophe zu Ende. Kühne: "Zum großen Bedauern aller Seeleute führte die Katastrophe zur endgültigen Einstellung der Ausbildung auf Segelschiffen für die nautischen Patente.? Auch TransOcean-Vorstandsmitglied Jürgen Mittelstädt erinnert an das Unglück, gestern vor 50 Jahren: Am 21. September 1957 gegen 15.01 Uhr fängt die britische Hauptküstenfunkstelle Portishead Radio einen Funkspruch auf: "SOS, SOS. Viermastbark Pamir in schwerem Hurrikan. Position 35,57 Nord 40,20 West. Alle Segel verloren. 45 Grad Schlagseite. Gefahr des Sinkens.? Zwanzig Minuten später reißen 14 Meter hohe Wellen den Großsegler in die Tiefe. Die größte deutsche Schiffstragödie der Nachkriegszeit erschütterte damals die Menschen in Deutschland. Mit den Angehörigen bangten, hofften, trauerten Millionen. 80 von 86 Besatzungsmitgliedern, meist junge Seekadetten, verloren damals ihr Leben. Die Arbeit auf einem Rahsegler, so hieß es, sei eine "Härteprobe für Charakter und Disziplin, die Ausbildung sei ausdrücklich als eine Bestauslese gedacht?. Mittelstädt: Es ist die Tragik der "Pamir? und der 80 Mann, die mit ihr auf See blieben, dass die Besatzung in den Konflikt zwischen nostalgischer Seefahrtromantik und Rentabilitätsdenken geraten war. Zum 50. Jahrestag des Untergangs gedenkt Trans-Ocean der Männer der "Pamir?. Das abgebildete Foto hat Carmen Hoffmann (65) den Cuxhavener Nachrichten zur Verfügung gestellt. Die regelmäßige Cuxhaven- Urlauberin war damals 15 Jahre alt. Sie verlor bei dem Unglück ihren Bruder Jürgen Schmitz. Der 20-Jährige aus Köln absolvierte damals seine dritte Reise auf der "Pamir?, von der er nicht zurückkehrte. Eine Reihe von Fotos ist die letzte Erinnerung an den Bruder. Der Seekadett hat sie wenige Tage vor dem Untergang von der Äquatortaufe an Bord gemacht. Den Diafilm gab Schmitz im letzten angelaufenen Hafen Rio de la Plata seinem Freund Ekkehard Roch mit, der wegen eines Krankenhausaufenthaltes nicht weiter mitsegeln konnte. Einige Tage nach der Tragödie erhielten die Eltern in Köln die entwickelten Dias zugeschickt ? die letzte Erinnerung an den verlorenen Sohn.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.
Top Nachrichten
Lesen Sie auch...
Blaulicht
+ + Aus dem Polizeibericht + +
In Otterndorf
Treffen der Kreisgemeinschaft Labiau/Ostpreußen
Politik
Cuxland-CDU-Abgeordnete Weritz und Fühner im Interview
Jahresversammlung