Gute Laune in Wahllokalen im Kreis Cuxhaven
KREIS CUXHAVEN. In Cuxhaven zeichnete sich bereits in den Vormittagsstunden des Sonntags eine vergleichsweise gute Wahlbeteiligung ab.
Der "Super-Wahlsonntag" mit EU-Wahl, Oberbürgermeisterwahl und Landratswahl motivierte die Menschen.
Im Wahllokal Geschwister-Scholl-Schule (Altenwalde) reihte sich der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Uwe Santjer mit seiner Familie in eine Schlange vor der Stimmzettelausgabe ein. Gefühlt sei "ziemlich viel los", bestätigte Wahlhelferin Daniela Schlechter auf Nachfrage. Dabei hatte noch am vorausgegangenen Freitag der städtische Wahlorganisator Hendrik Nintzel sich eher verhalten gezeigt, als es um die Frage der Wahlbeteiligung ging.
Kuriosum in der Wichernschule: In den letzten zehn Minuten vor Schließung der Wahllokale ließ sich dort kein Wähler mehr blicken. Das sei absolut untypisch, war seitens des Wahlvorstands zu erfahren. In der Regel würde es kurz vor Toresschluss noch einmal richtig hektisch. Befürchtungen, dass weniger mobile Wähler vor den Treppen ins Hochparterre kehrtgemacht haben könnten, bewahrheiteten sich allerdings nicht.
Im Cuxhavener Rathaus baute ein Fernsehteam vom NDR am frühen Sonntagabend in der Bürgerhalle sein Equipment auf. Gegen 18.40 Uhr war der Andrang jedoch noch überschaubar. OB-Kandidat Harald Zahrte war zu diesem Zeitpunkt jedoch mit seiner Familie von Otterndorf nach Cuxhaven gekommen. Er schaute auf einen Sprung bei Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch in dessen Büro vorbei. Danach zog die Familie weiter zur CDU-Wahlparty in das Restaurant "Am Pier" bei der Alten Liebe.
Zu diesem Zeitpunkt zählten sieben Briefwahlvorstände im Rathaus die Stimmen der Bürger aus, die ihr Votum bereits in den Tagen vor der Wahl als Brief versandt hatten. Die Wahlvorstände hatten sich dazu im gesamten Rathaus verteilt.
Köm und Currywurst
Gute Laune herrschte in den ländlichen Wahllokalen im Kreisgebiet. So zum Beispiel in der Traditionsgaststätte Katt in Mittelstenahe. "Geh freudig ein, geh froh hinaus. Behüt' Dich Gott in diesem Haus" steht in Schnitzbuchstaben oben am antiken Türportal des Lokals, das als Korn- und Branntwein-Brennerei über die Grenzen der Börde Lamstedt bekannt ist. Und für die Dorfgemeinschaft ist diese Wirtschaft schon seit langem Wahllokal. Seit 1986 ist Fritz Reuter im Wahlvorstand, ihm zur Seite saßen an diesem Nachmittag als Wahlhelfer Manfred Bardenhagen, Manfred Hoops und Rolf Faber. Der Schankraum ist zwar gleich nebenan, aber vor den Männern stand Kaffee und Wasser. Einen "Katt'n Köm" gibt es erst nach getaner Arbeit - und Currywurst. Das hat Tradition und weckt die Vorfreude. "Unsere Wahlurne wurde vom Dorfschmied geschmiedet und ist bestimmt schon 50 Jahre alt", weiß Wahlvorsteher Reuter. 212 Wahlberechtigte für die Landrats- und 216 für die Europawahl standen auf ihren Listen. Die Mittelstenaher machten von ihrem Wahlrecht intensiv Gebrauch. Am frühen Nachmittag noch vor der Kaffeezeit hatten schon fast 60 Prozent der Dorfbewohner inklusive Briefwahl ihre Stimmen abgegeben.
Von Kai Koppe, Jens J. Potschka und Wiebke Kramp
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