Gynäkologin in Otterndorf: Nachfolgerin für Praxis gefunden
OTTERNDORF/CUXHAVEN. Die Gynäkologin Dr. Brigitte Mühlhausen verabschiedet sich langsam in den Ruhestand. Vorher übergibt sie aber den Schlüssel für ihre Praxis in Otterndorf.
Vor 22 Jahren hat sich die Gynäkologin Dr. Brigitte Mühlhausen (67) mit ihrer eigenen Praxis in Otterndorf selbstständig gemacht. Jetzt ist für sie ein guter Zeitpunkt, langsam in den Ruhestand zu gehen.
Und sie hat eine junge Ärztin gefunden, die mit großer Motivation ihre Praxis übernehmen möchte. Ein Glücksfall: Anna Sadliy (40) hat hier bereits durch Vertretungen Praxis und Patientinnen kennengelernt. "Seit Jahren habe ich mich um eine Kollegin bemüht", freut sich Brigitte Mühlhausen über die Lösung. Ihre Kollegin hat sie im vorletzten Jahr kennengelernt, als sie sich selbst um ihre hochbetagte kranke Mutter kümmern musste und Anna Sadliy in ihrer Otterndorfer Praxis kurzfristig einspringen konnte.
Zunächst in Kliniken tätig
Der Kontakt blieb und Anna Sadliy wandte sich schließlich selbst an sie mit dem Wunsch nach ihrer eigenen Praxis. "Sie kennt Praxis und Team und weiß, worauf sie sich hier einlässt", freut sich Brigitte Mühlhausen, die seit Anfang 1986 mit ihrer Familie in Otterndorf lebt. Vor ihrer Praxisgründung im Juli 1998 hat die Mutter von drei Töchtern in den Krankenhäusern Cuxhaven und Reinkenheide gearbeitet. Noch vom Träger Landkreis Cuxhaven übernahm sie einen Teil des eigens dafür umgebauten früheren Schwesternwohnheimes des Kreiskrankenhauses und hatte bei der Gestaltung der Räume Mitspracherecht, wie sich gern erinnert.
"Dass es mit der Praxis weitergeht, war mir ein großes Anliegen, das ist schließlich wie ein Baby, das man in die Welt gesetzt hat und großzieht." Der Einzugsbereich der Praxis ist noch größer als das Land Hadeln; er reicht von Cuxhaven bis Stade über Bremervörde nach Bremerhaven. Die Gynäkologin Anna Sadliy freut sich, ihre Selbstständigkeit hier zu verwirklichen. Ursprünglich stammt sie aus der Stadt Odessa am Schwarzen Meer in der Ukraine, wo sie auch ihre Facharztausbildung absolvierte.
Vor dem Krieg geflüchtet
Nach der Heirat ging sie nach Syrien und führte in Aleppo eine Praxis und arbeitete am Krankenhaus. Mit ihrem Mann und den beiden Söhnen, mittlerweile neun und 15 Jahre alt, flüchtete sie vor dem Krieg.
Die Familie landete zunächst in Erfurt und zog anschließend nach Cuxhaven. 2015 übernahm die Gynäkologin an der Helios-Klinik in Cuxhaven eine Facharztstelle.
Ein großer Vorteil: Die Ärztin kann sich mit vielen Migrantinnen ohne Dolmetscher unterhalten, sie spricht russisch, ukrainisch, arabisch und kurdisch.
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