Hemmoorer "Ostewelle": Millionen-Investition in das Schwimmbad
HEMMOOR. Lüftungsanlage, Beckenwände und Bodenbeläge: Im Hemmoorer Bad "Ostewelle" wird eine monatelange Sperrung wegen einer Sanierung notwendig.
Seit Anfang November ist das Hemmoorer Schwimmbad geschlossen. Und das wird selbst bei einer Lockerung der Corona-Auflagen auch noch bis zum Sommerbeginn so bleiben. Der Grund: In der "Ostewelle" stehen Sanierungsmaßnahmen in einem finanziellen Umfang von 1,3 Millionen Euro bevor.
Das Bad ist Mitte der 70er-Jahre gebaut worden. Und aus dieser Zeit stammen auch noch die Lüftungsanlage und die Beckenkonstruktion. Einzelne kleinere Sanierungsmaßnahmen sind im Laufe der letzten Jahre immer wieder erfolgt. Eine umfangreiche Sanierung gab es dann in den Jahren 2011/2012. Die Samtgemeinde Hemmoor hatte beim Werben um einen Fördertopf für die energetische Sanierung und Attraktivierung Erfolg und erhielt einen 75-prozentigen Zuschuss von 1,23 Millionen Euro für das Projekt, das unter anderem eine völlige Neugestaltung der Außenhülle, den Einsatz von Solarthermie und den Einbau eines Brennwertkessels vorsah. "Hinzu kamen verschiedene Maßnahmen, um die Attraktivität des Bades zu steigern und die Barrierefreiheit zu erhöhen", so Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer.
Schäden durch Chlor
Doch schon damals war klar, dass in den nächsten Jahren noch weitere Summen benötigt werden, um die Substanz der Einrichtung zu erhalten und zu erneuern. Unter anderem bedingt durch das verwendete Chlor habe es in Teilen der Lüftungsanlage bereits Schäden gegeben. "Die Lüftungsanlage des Hallenbades ist altersbedingt abgängig und zuletzt in den 90er-Jahren überarbeitet und angepasst worden", sagt Brauer.
Die Anlage sei technisch veraltet und störungsanfällig: "Auch die Wartung wird zunehmend problematischer. Die neue Anlage wird außerdem zu einer Energiekosteneinsparung und für eine verbesserte Luftqualität im Bad sorgen."
Hohe Zuschüsse
Probleme bereiten zudem der Bodenbelag und die Beckenwände. Die Fußböden im Bereich des Schwimmer- und Nichtschwimmerbeckens müssten abgedichtet werden, um "Durchtropfungen in den Unterbeton sowie den darunterliegenden Keller zu vermeiden".
In diesem Zusammenhang sei auch eine Sanierung der in Stahlbeton erstellten Beckenwände im Kellerbereich notwendig, da "Abplatzungen von Betonteilen Stähle freigelegt haben, die aus statischen Gründen dringend fachgerecht saniert werden müssen".
Rund 1,3 Millionen Euro werden für die Sanierungsarbeiten benötigt. Rund die Hälfte der Mittel hat die Samtgemeinde aus zwei Fördertöpfen erhalten - allein 545 000 Euro aus dem Sportstätten-Sanierungsprogramm des Landes.
Bilanz für das Corona-Jahr
Wie fällt die wirtschaftliche Bilanz für die "Ostewelle" für das Corona-Jahr 2020 aus? Das Bad war schließlich von Mitte März bis Mitte Juni coronabedingt geschlossen, dann nur von Mitte Juni bis Ende Oktober mit einem entsprechenden Hygienekonzept geöffnet und ab Anfang November wieder geschlossen.
Nach Angaben von Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer sind in 2020 die Einnahmen um etwa zwei Drittel geringer ausgefallen, dafür habe man aber auch Kosten für den Betrieb gespart: "Die genauen Zahlen werden aber noch ermittelt."
Für die Mitarbeitenden des Schwimmbades sei in der Lockdown-Zeit Kurzarbeit angesagt gewesen, sodass daraus ebenfalls "eine größere Kostenentlastung" resultiere. Brauer: "Ob im Ergebnis die Schließung überhaupt zu einem schlechteren Ergebnis geführt hat, ist noch unklar, da der Betrieb des Bades regelmäßig defizitär ist."
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