Bürgerinitiative

Hemmoors Müllsammler brauchen Hilfe

12.05.2018

HEMMOOR. Die Bürgerinitiative "Für ein gepflegtes Hemmoor" erhält jetzt Unterstützung seitens der Ratspolitik in der Stadt. Von Ulrich Rohde

Für die einen stehen sie auf verlorenem Posten, für die anderen sind sie Helden eines funktionierenden. engagierten Gemeinwesens: Die Bürgerinitiative „Für ein gepflegtes Hemmoor“ um ihren Initiator Heiko Kämmerer genießt hohes Ansehen in der Stadt, hat aber nur wenige aktive Mitstreiter. Wer will schon seine Freizeit opfern, um Parks, Grünstreifen und Wege von achtlos weggeworfenem Müll zu säubern?

„Es wird nicht besser, sondern schlechter“, resümiert Heiko Kämmerer betrübt, aber nicht resigniert nach drei Jahren Müllsammeln und Beetpflege. Seine Beobachtung: „Es wird immer mehr Müll. Das ist traurig.“

Eigentlich sollte die Hemmoorer Politik den Aktivisten bei ihren Anstrengungen zur Schaffung einer sauberen Stadt helfen. Vor mehr als einem Jahr hat die Bürgerinitiative diverse Maßnahmen vorgeschlagen, die auch in einen Beschluss des Stadtrates mündeten.

Zum einen sollte im „Hemmoor-Magazin“ für alle Haushalte eine Umweltseite eingerichtet werden, um in der Bevölkerung das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Abfall zu schärfen. Zum anderen sollten auf den öffentlichen Mülleimern und Abfallbehältern Aufkleber mit Kontaktdaten angebracht werden. So könnte jeder aufmerksame Passant einen vollen Behälter zur Leerung melden. Geschehen ist seither nicht allzu viel.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat nahm die Vorschläge der Initiative erneut auf und veranlasste jetzt eine Debatte im Ausschuss für Stadtentwicklung. „Wir empfinden die andauernde Zurückstellung gegenüber der Bürgerinitiative als beschämend“, so Ratsfrau Birgit Meyn-Horeis.

An der Diskussion im Ausschuss nahm auch der Abfallberater des Landkreises Cuxhaven, Michael Marek, teil. Der erläuterte zunächst, wie schwierig und langwierig es sei, den Gedanken der Müllvermeidung und des korrekten Umgangs mit Abfall in alle Teile der Bevölkerung zu transportieren. „Das ist ein frustrierender Kampf gegen Windmühlen. Die Problemlösung dauert Jahre. Wenn man jetzt mit den Kindern in den Schulen beginnt, braucht es bis zu acht Jahre, bis es in allen Köpfen ist.“ Dabei könne das Verhalten einzelner nicht geändert werden. Wenn, dann funktioniere das nur durch gemeinschaftliche Aktionen. Nur durch Mitmachen werde das Gruppenverhalten geändert. Marek bot seinerseits Hilfestellung durch Info-Material und Unterrichtsbesuche an. Der Abfallberater regte außerdem an, die Anzahl der Müllsammelaktionen in der Stadt zu steigern. Der Landkreis könne dabei unterstützen, den gesammelten Abfall kostenlos zu entsorgen.

„Wir wollten eine Gruppe bilden, die andere in Bewegung bringt“, sagte Heiko Kämmerer. „Wir sind aber nicht mehr die Jüngsten, wir benötigen Nachwuchs. In den drei Jahren unseres Bestehens hatten wir jedoch leider nur einen Neuzugang.“ Die Vorbildfunktion für die Kinder müssten die Erwachsenen übernehmen, meinte Kämmerers Mitstreiterin Erika Bardenhagen. „Sie müssen es den Kindern vormachen.“ Tatsache sei nun einmal, dort wo bereits Müll abgeladen wurde, komme immer noch mehr dazu.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung verständigte sich darauf, einen offenen Arbeitskreis mit Mitgliedern der Ratsfraktionen zu bilden, um sich mit dem Thema „sauberes Hemmoor“ regelmäßig und intensiv zu beschäftigen. Auch die Umweltseite im Hemmoor-Magazin und die Aufkleber an den Abfallbehältern sollen kommen.

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