Hermann Gerken ist Ehrenbürgermeister

29.11.2011

OTTERNDORF. Er hat bereits viele Laudationes und Lorbeeren erhalten. Hermann Gerken ist unter anderem Träger des Bundesverdienstordens, des goldenen Landkreis-Ehrenzeichens oder des Ehrenringes der Stadt Otterndorf - und doch hatte die erneute Würdigung seines politischen Schaffens und seiner ehrenamtlichen Aktivitäten zum Wohle der Bürger am Freitagabend in den Seelandhallen eine neue Qualität. Und der schönste Dank von Otterndorfern und Weggefährten dürfte wohl der stehende Applaus gewesen sein.

Nach 39 Jahren als Bürgermeister steht der Liberale nicht mehr an der Spitze des Stadtrates - und bleibt dennoch lebenslang Bürgermeister. Sein Nachfolger Claus Johannßen (SPD) überreichte dem 80-Jährigen die Urkunde zum Ehrenbürgermeister und würdigte im Rahmen dieser außergewöhnlichen Stadtratssitzung mit Musicaleinlagen und Vortrag zur verbrieften 750-jährigen Geschichte der Stadt die bemerkenswerte Lebensleistung.

Ohne Starallüren, immer normal weg habe er mit pragmatischen Lösungen, gutem Draht zur Verwaltung und Beziehungen zu Bund und vor allem Land zum Wohl der Stadt und seiner Bürger agiert. Dass sich die Stadt so toll und einzigartig in der Region entwickelt habe, daran trage der langjährige Bürgermeister Gerken entscheidenden Anteil, verdeutlichte sein Nachfolger Johannßen.

So sah Hermann Gerken ganz früh im Tourismus die Chance für Otterndorf, schob viele Projekte an und setzte sie um. Auch die städtische Erschließung von gutem, günstigem Bauland für Familien sowie Ferienhausgebieten sei der richtige Weg für die Stadt gewesen. So ganz ohne Politgeplänkel ging es allerdings nicht. Augenzwinkernd merkte Johannßen an: "Otterndorf war nie FDP-Hochburg, sondern immer Hermann Gerken-Hochburg."

Kreisrätin Meike Jahns dankte dem Ehrenbürgermeister und zollte persönlich und im Namen des Landkreises größte Anerkennung. Insgesamt fast 50 Jahre habe er gestaltet und gesteuert. Seine Leistung habe ihr fast den Atem verschlagen. Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte sprach von einer "beispielhaften Lebensleistung". Gerken habe das Amt des Bürgermeisters fast 40 Jahre nicht nur ausgefüllt, sondern vorbildlich geprägt und angepackt, wenn es darauf ankam, und verstanden, dabei alle Bürger mitzunehmen - manchmal auch an entscheidender Stelle geräuscharm als "stiller Diplomat", zum Beispiel als es um die Zukunft des Schulzentrums ging.

Sein langjähriger politischer Weggefährte Hans-Volker Feldmann (CDU) schrieb ins Stammbuch, Gerken sei zum Volksbürgermeister geworden. Jeder könne sehen, was in dessen Zeiten geleistet wurde: "Das wird Bestand haben." Die Würdigung zum Ehrenbürgermeister sei ein zivilisatorischer Fortschritt, früher seien Herrscher gemeuchelt und gemordet worden, merkte Feldmann launig an.

SPD-Fraktionschef Frank Uwe Strüning lobte die sehr gute Zusammenarbeit im Stadtrat, bei der es stets um das Finden eines gemeinsamen Weges ging. "Wer mit über 60 Jahren noch in einer Handballmannschaft spielt und den Germanenkampf mitgestaltet und mit 80 Jahren noch Bürgermeister war - bei dem ist alles länger als bei Normalsterblichen", so Strüning augenzwinkernd.

Der zur Feierstunde angereiste niedersächsische FDP-Generalsekretär Gero Hocker lobte: Unter Gerkens Führung habe sich Otterndorf als Tourismusstadt weiterentwickelt und zudem seit Jahren einen ausgeglichenen Haushalt. "Das Land, der Bund und Europa können von Hermann Gerken lernen."

Und der Geehrte selbst? Auf eine lange Rede über seine Heldentaten muss Otterndorf auch weiter warten. Der Ehrenbürgermeister stellte vielmehr seine Motivation heraus, nämlich "immer zu versuchen, Dinge für die Stadt zu erreichen". Politische Verbindungen seien dabei nicht von Schaden gewesen: "Das war manchmal schon eine dolle Sache, wenn wir nach Hannover gefahren sind und dort Otterndorf auch aufgrund von Beziehungen vorangebracht haben." Hermann Gerken dankte besonders der Verwaltung, der CDU, die ihn lange Jahre mitgetragen habe, sowie seiner Frau Inge.

Von Wiebke Kramp

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