Lotsen machen den Vorreiter

Hightech-Schiff mit Auslegern

27.02.2013

CUXHAVEN. Der Lotsbetriebsverein Cuxhaven gibt wieder einmal den Vorreiter. Nachdem die WSD Nord und die Werft Abeking & Rasmussen aus Lemwerder am Dienstag  einen Chartervertrag unterschrieben haben, werden die Lotsen den Prototyp eines völlig neuartigen SWASH-Schiffes sechs Monate lang im Lotsendienst vor Brunsbüttel testen.

Das erklärte der Geschäftsführer des Lotsbetriebsverein Andreas Schoon am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung. Das 20 Meter lange und 12 Meter breite Spezialschiff namens „Explorer“ ist eine Weiterentwicklung der deutlich größeren SWATH-Tender, die der Lotsenbetriebsverein Cuxhaven bereits vor über zehn Jahren ebenfalls mit der renommierten Werft A&R entwickelt und eingesetzt hat. Das Grundprinzip ist auch bei der Neuentwicklung gleich geblieben. Allerdings schwimmt das neue SWASH-Schiff (Small Waterplane Area Single Hull) anders als das SWATH (Small Waterplane Area Twin Hull) in der Hauptsache auf einem Mittschiffs-Unterwassertorpedo. Dieser gibt den Auftrieb, die beiden Seitenausleger und eine Flossenstabilisierungsanlage verleihen dem bis zu 17 Knoten schnellen Gerät die nötige Balance. Die Herausforderung für die Schiffbauer: Maschine und Getriebe befinden sich in dem recht schmalen Torpedo unter der Wasseroberfläche. Der Vorteil für die Lotsenversetzer: Mit dem schnellen und seetüchtigen Fahrzeug kann der Lotse auch bei voller Fahrt und bis zu zwei Meter Seegang zum Beispiel an Großcontainerschiffe übergeben werden, ohne das diese ihre Fahrt reduzieren oder Lee machen müssen (also den Lotsen im Windschutz übernehmen müssten). Ein weiterer Vorteil: die größere Wirtschaftlichkeit aufgrund geringerer Baukosten und geringerem Treibstoffverbrauch. „Wir gehen zurzeit davon aus, dass das neue Schiff auf Dauer um 60 Prozent günstiger fahren wird als die bisherigen Einrumpfschiffe“, sagte Schoon. Ein Grund dafür ist das verhältnismäßig geringe Gewicht der „Explorer“. Je nach Beladung liegt es zwischen 60 und 70 Tonnen. Falls sich der Prototyp bewährt, will ihn die WSD nach sechs Monaten übernehmen. Für den Einsatz im Kanal suchen die Lotsenversetzer derzeit zusätzlich nach zwei eisgängigen 25 bis 27 Meter langen Einrumpfschiffen.

Von Thomas Sassen

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