Verkehrsverbund

HVV ist Thema im Kreis Cuxhaven

04.03.2017

KREIS CUXHAVEN. Kommt der HVV-Tarif oder nicht? Im Kreis Cuxhaven wachsen die Zweifel an einer Umsetzung in 2017. Von Egbert Schröder

De Verhandlungen über die Ausweitung des Tarifgebietes des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) in den Kreis Cuxhaven hinein sind ins Stocken geraten. In dieser Woche kam bei einer Sitzung des sogenannten Lenkungsausschusses plötzlich die Forderung der Hamburger auf den Tisch, dass auch die Städte Otterndorf und Cuxhaven mit ihren Bahnhöfen zum Tarifgebiet gehören müssten. Doch dort heißt es bislang: „Nein“.

Die Gespräche über die Gebietsausweitung werden auf unterschiedlichen Ebenen geführt. So bemühen sich vier Landkreise darum, dass sie entweder komplett oder mit Teilbereichen in den Verbund aufgenommen werden. Neben Cuxhaven zählen dazu die Landkreise Uelzen, Heidekreis und Rotenburg.

In allen Kreisen gibt es bislang unterschiedliche politische Ausgangslagen. So hat der Kreis Uelzen zum Beispiel noch nicht endgültig über einen möglichen Beitritt entschieden, während der Cuxhavener Kreistag Mittel zur Verfügung stellen wird, dass – nach aktueller Lage – auf jeden Fall die beiden Bahnhöfe Hemmoor und Hechthausen ins HVV-System einbezogen werden.

Koordiniert werden diese Gespräche von der ehemaligen Wesermünder SPD-Landtagsabgeordneten und heutigen Staatssekretärin im niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Daniela Behrens. Sie hat dafür gesorgt, dass nicht nur Vertreters des Verkehrsverbundes, sondern auch des Hamburger Senats bei den Gesprächen mit am Tisch sitzen.

Noch zu Jahresbeginn herrschte bei einem Ortstermin in Hechthausen jede Menge Zuversicht, dass Hechthausen und Hemmoor eventuell schon zum Jahresende (vollwertige) HVV-Mitglieder sind. In diesem Fall würden nicht nur die vorwiegend von Pendlern genutzten Zeitkarten zur Verfügung stehen, sondern auch Einzeltickets. In Hemmoor und Hechthausen verspricht man sich vom HVV eine größere Konkurrenzfähigkeit gegenüber den Kommunen im Stader Bereich, die schon seit Jahren diesen Tarif als Standortvorteil anbieten können.

Das Interesse in der Samtgemeinde Land Hadeln und in der Stadt Cuxhaven am Verkehrsverbund ist dagegen gering. Die Stadt hat bereits einer Systemausweitung aus finanziellen Erwägungen eine Absage erteilt und in der Samtgemeinde Land Hadeln besteht interfraktionell Einigkeit, sich ebenfalls nicht zu beteiligen. Denn eines ist klar: Das Land und der Landkreis werden zwar ihre eigenen finanziellen Beiträge zur Ausweitung des HVV-Netzes leisten, doch die Kommunen als Nutznießer müssen ebenfalls Geld zur Verfügung stellen. Im Hemmoorer Rathaus geht man von sechsstelligen Beträgen aus.

Dass Hemmoor und Hechthausen aber überhaupt zum Zuge kommen, ist seit dieser Woche nicht mehr klar. Wie Daniela Behrens bestätigte, haben die Hamburger Forderungen aufgestellt, die auch für sie neu gewesen wären. Dazu zählte der Wunsch, dass auf jeden Fall Cuxhaven und Otterndorf mit im Boot sind, um auch den Hamburgern günstige Verbindungen in diese Urlaubsorte zu ermöglichen. Zudem – so Behrens – stören Hamburg die unterschiedlichen Vorstellungen der einzelnen Landkreise hinsichtlich der Kartenmodelle und Einzugsbereiche. Allerdings: Hamburg habe auch weiterhin seine Bereitschaft erklärt, sich ebenfalls an der Gesamtfinanzierung des HVV-Bereiches zu beteiligen.

Die Staatssekretärin kündigte gestern unter anderem Gespräche mit der Stadt Cuxhaven an, ob dort nicht doch noch ein Interesse am HVV geweckt werden könne. Zudem werde sie sich auch mit Hamburg in Verbindung setzen. Insgesamt habe sich in dieser Woche aber natürlich eine neue „Gemengelage“ ergeben: „Das kam auch für mich überraschend.“

Dass es – wie ursprünglich angestrebt – schon Ende dieses Jahres zu einer Ausdehnung des Tarifgebietes auf Hemmoor und Hechthausen kommt, glaubt auch Daniela Behrens nicht mehr. Realistisch sei wohl „2018/19“.

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