Abschied nach 46 Jahren: Andrea und Klaus-Rudolf Michaels übergeben die Rats-Apotheke in Otterndorf zum neuen Jahr an Nachfolgerin Maika Engelke. Das Apotheker-Paar bedankt sich bei seiner treuen Kundschaft und verspricht, der Medemstadt die Treue zu halten. Foto: Mangels
Abschied nach 46 Jahren: Andrea und Klaus-Rudolf Michaels übergeben die Rats-Apotheke in Otterndorf zum neuen Jahr an Nachfolgerin Maika Engelke. Das Apotheker-Paar bedankt sich bei seiner treuen Kundschaft und verspricht, der Medemstadt die Treue zu halten. Foto: Mangels
Wirtschaft

In Otterndorf geht eine Ära zu Ende: Apotheker Klaus Michaels sagt "Tschüss"

von Christian Mangels | 31.12.2021

OTTERNDORF. Eine Ära geht zu Ende: Andrea und Klaus-Rudolf Michaels haben Silvester ihren letzten Arbeitstag in der Otterndorfer Rats-Apotheke.

In Otterndorf geht am letzten Tag des Jahres 2021 eine Ära zu Ende: Nach 46 Jahren dreht Klaus-Rudolf Michaels den Schlüssel der Rats-Apotheke im Herzen der Altstadt um - er und seine Frau Andrea gehen in den Ruhestand. Die Nachfolge ist bereits geregelt.

Schon seit einigen Jahren spielen Andrea und Klaus-Rudolf Michaels mit dem Gedanken, in den Ruhestand zu gehen und sich von ihrer Rats-Apotheke zu verabschieden. Nun ist für sie wohl der richtige Zeitpunkt gekommen: Der 71-jährige Apotheker, frühere OWG-Vorsitzende und Pharmazierat, der seit 1975 die Apotheke an der Reichenstraße führt, und seine Frau Andrea - auch sie ist Apothekerin - übergeben zum 1. Januar ihr Geschäft an Maika Engelke, die nur 300 Meter entfernt die Medem-Apotheke betreibt. "Alle zehn Mitarbeiterinnen werden übernommen", freuen sich Andrea und Klaus-Rudolf Michaels. Dies war dem nun aus dem Berufsleben ausscheidenden Apotheker-Paar besonders wichtig.

Lachendes und weinendes Auge

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden sie sich von ihrem Team und natürlich auch von ihren treuen Kundinnen und Kunden. "Die intensiven Kontakte werde ich vermissen", sagt Klaus-Rudolf Michaels. Auf der anderen Seite freut sich das Otterndorfer Paar auf die neu gewonnene Freizeit, auf Kultur und soziale Kontakte. Den Ruhestand wollen sie erst einmal sacken lassen: "Zu sich selbst finden, nicht auf die Uhr schauen und einfach mal ein Buch lesen" - das hat sich Andrea Michaels für die nahe Zukunft vorgenommen.

Von einigen Kunden wurden die Neu-Ruheständler gefragt, wo sie denn nun ihren Lebensherbst verbringen wollen. Für Andrea und Klaus-Rudolf Michaels ist die Sache völlig klar: "Wir gehen nirgendwo hin. Wir sind überzeugte Otterndorfer."

Man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass das Paar ein Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben hat, nicht nur mit ihrer Apotheke, sondern auch auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene. Von 2002 bis 2010 war Klaus-Rudolf Michaels Vorsitzender des Otterndorfer Wirtschafts- und Gewerbevereins (OWG) und hat sich in dieser Funktion (und auch darüber hinaus) stets für die wirtschaftliche Entwicklung Otterndorfs und die Stärkung der Innenstadt eingesetzt. Die Medemstadt sieht Michaels insgesamt auf einem guten Weg, dennoch wird er nicht müde, immer wieder einmal mahnend den Finger zu heben, wenn er Verbesserungsmöglichkeiten sieht. Beispiel Großer Specken: "Diesen Platz sollte man als Ort des Verweilens entwickeln und nicht als Parkplatz nutzen."

Beratendes Ausschussmitglied

Auch politisch war Michaels viele Jahre aktiv - als beratendes Mitglied im Wirtschaftsausschuss der Stadt und im sogenannten "Rückbauausschuss". Seine Frau Andrea engagiert sich beim TSV Otterndorf: In der Ruderabteilung ist sie stellvertretende Abteilungsleiterin.

Ihr Arbeitsleben geht in einer Zeit zu Ende, die von der Pandemie geprägt ist. "Es war herausfordernd und wir waren abends immer ziemlich kaputt, aber wir haben in der Bevölkerung auch eine große Dankbarkeit darüber gespürt, dass wir immer da waren", sagt Andrea Michaels.

Um die Zukunft der Rats-Apotheke machen sie sich keine Sorgen. Als "überzeugte Vor-Ort-Apotheker" haben sie die Online-Konkurrenz auf Abstand halten können. Serviceleistungen, persönliche Beratung, Notdienste am Wochenende oder das Anfertigen individueller Rezepte - das alles könne nur eine Apotheke vor Ort leisten, so Michaels.

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