Ina Müller wird Mittwoch Ehrenbürgerin von Köhlen

10.01.2011

KÖHLEN. Am Mittwoch wird Ina Müller zur Ehrenbürgerin ihrer Heimatgemeinde Köhlen ernannt. Die Entertainerin aus Hamburg erzählt im Interview mit Redakteur Christian Döscher, was ihr die Auszeichnung bedeutet und welche Pläne sie hat.

Frage: Hätten Sie sich je träumen lassen, dass Sie dafür, dass Sie das Leben auf dem Dorf eher auf die Schippe nehmen, mit der Ehrenbürgerschaft Ihres Heimatortes Köhlen belohnt werden?

Ina Müller: Nein, wer denkt schon daran, dass man irgendwann in seinem Leben mal Ehrenbürgerin wird. Ich freue mich darauf aber schon ganz besonders.

Frage:Sie haben so bedeutende Auszeichnungen wie Grimme-Preis, Deutschen Fernsehpreis und Comedy-Preis bekommen. Welchen Stellenwert nimmt da noch solch eine Ehrenbürgerschaft ein?

Ina Müller: Das ist damit überhaupt nicht zu vergleichen. Die Ehrenbürgerschaft bekomme ich ja mehr dafür, dass ich mein Heimatdorf und die plattdeutsche Sprache nach Außen hin repräsentiert habe. Die anderen Preise sind mehr für meine Sendungen wie "Inas Nacht" oder für meine Musik - wie die erste Platinplatte, die ich jetzt bekommen habe.

Frage: In der NDR-Reihe "Unsere Besten" haben Sie auch dem Fernsehpublikum ein wenig die private Ina Müller gezeigt. Wie war das?

Ina Müller: Ich hab? denen gleich gesagt: Das machen wir jetzt ein Mal und dann nicht wieder. Aber andererseits hab ich mir immer gesagt, wenn man doch mal unverhofft stirbt, hat man wenigstens ein bisschen Nachrufmaterial, was die dann senden können.

Frage: Entwickelt man eigentlich mit der Zeit eine solche Distanz zu seinem Heimatort, dass man zu der Überzeugung kommt: "Es war ja nicht alles schlecht"?

Ina Müller: Natürlich war nicht alles schlecht. Das ist aber auch nicht die Frage, die man sich stellen sollte. Gerne werde ich vielmehr gefragt: Könnte ich mir vorstellen, wieder in Köhlen zu wohnen? Dann muss ich sagen: nein. Das wäre mir einfach zu klein. Ich führe jetzt ein ganz anderes Leben, wohne in einer Straße und in einer Stadt, die total lebt. Ich selber finde es lustig, bei meinen Bekannten zu beobachten, dass die einen aufs Dorf ziehen wollen, die anderen halt nicht. Das hat aber nichts mit unglücklicher Kindheit, sondern eher mit der Lebensform zu tun, die man vorzieht.

Frage: An was denken Sie denn am liebsten zurück?

Ina Müller: Für mich war das Schönste, wenn Dörti und ich in Köhlen auf den überfluteten Weiden im Winter Schlittschuhlaufen konnten. Ich möchte nicht wissen, wie viele Tausende Quadratmeter wir nur für uns hatten. Das ist in der Stadt undenkbar. Findet man da mal eine Naturfläche, ist die total überlaufen. Gerne erinnere ich mich auch an das unbeschwerte Spielen mit den Kindern der Straße im Spielhaus oder an "Family Tennis" mit Plastikschlägern und Schaumstoffbällen. Ich glaube, die Kinder werden heute krank, weil sie so etwas gar nicht mehr kennen. Nicht so schön war natürlich das Malochen auf dem Hof. Man kann heute sagen, das hat einem nicht geschadet, aber das weiß man auch nicht so genau. (Anm.: Dörti ist übrigens eine von Inas vier Schwestern und heißt eigentlich Dörte)

Frage: Gibt es in Köhlen Menschen außerhalb der Familie, mit denen Sie immer noch in Kontakt stehen?

Ina Müller: Nein, leider überhaupt nicht. Wenn man sich einmal verloren hat, ist es schwierig, das wieder aufzubauen. Aber es gibt immer wieder Leute, die bei einem Konzert in irgendeiner Stadt, in der sie nun leben, unverhofft auftauchen und nachher noch mit in die Garderobe kommen. Engen Kontakt habe ich aber noch zu Freundinnen aus der Berufsschule in Bremerhaven.

Frage: Ende des Jahres 2009 haben Ihre Fans sich Sorgen gemacht, es hieß "Ina Müller ist krank". Sie mussten sogar mehrere Konzerte absagen. Wie geht es Ihnen jetzt?

Ina Müller: Es geht, aber ich bin gerade umgezogen und mein Rücken macht wieder ein bisschen Probleme. Ich hab auch gleich wieder einen Termin beim Osteopathen, der mir an den Beinen zieht.

Frage: War Ihnen schnell klar, dass Sie nach dem Bandscheiben-Vorfall sogar operiert werden mussten?

Ina Müller: Es war zwischenzeitlich mal wieder weg, aber irgendwann ging gar nichts mehr.

Frage: Am Mittwoch heißt es mit der Ernennung zur Ehrenbürgerin wieder einmal "Heimspiel". Was dürfen die Fans an diesem Abend neben der Ehrung erwarten?

Ina Müller: Ich habe da wirklich lange drüber nachgedacht. Am liebsten wäre mir auch ein Klönabend gewesen. Aber es wird jetzt neben der Ehrung eine gute Stunde mit Musik und plattdeutschen Geschichten - so als Zusammenschnitt der drei plattdeutschen Programme. Speziell sich etwas Neues für den Abend einfallen zu lassen, ist ein bisschen schwierig, da ich ja über Köhlen alles erzählt habe. Auch technisch sind die Möglichkeiten auf einem kleinen Saal ein wenig eingeschränkt. Aber wir kommen mit einer kleinen Band und einer Backgroundsängerin.

Frage: Ihr Moderatoren-Kollege Thomas Hermanns hat "Inas Nacht" in den höchsten Tönen gelobt, als eine der wenigen innovativen Sendungen im deutschen Fernsehen der vergangenen Jahre. Sind Sie selbst vom Erfolg der Sendung überrascht?

Ina Müller: Am Anfang war ich von dem Erfolg sehr überrascht. "Inas Nacht" ist ja eher eine kleine Pupsi-Sendung, die am Anfang irgendwann in der Nacht lief. Man konnte da auch machen, was man wollte. Jetzt bin ich nicht mehr so überrascht, weil die ersten Sender anfangen, das Konzept zu imitieren. Und ehrlich: schön ist es, wenn man sieht, es gelingt nicht...

Frage: Wird es eine neue Staffel geben?

Ina Müller: Ab Mai drehen wir wieder zwölf neue Sendungen. Die werden dann ab September gezeigt.

Frage: Was ist denn sonst Neues in absehbarer Zeit von Ihnen zu erwarten?

Ina Müller: Es gibt mal hier 'ne Sendung und dort eine, aber mehr darf ich zu neuen Plänen leider noch nicht sagen. Im Moment bin ich voll und ganz mit der neuen CD "Das wär dein Lied gewesen" beschäftigt, die kommt am 18. Februar raus. Und die große Tour fängt dann am 11.11.2011 an.

Frage: So richtig neu war die Kurzhaarfrisur im vergangenen Jahr. Erst kurz grau, und dann blond. Man sagt ja: eine neue Frisur deutet immer auf Veränderungen im Liebesleben hin. Klären Sie uns auf?

Ina Müller: (zögert) Neue Frisur, neue Liebe? So soll das ja bei Frauen sein, aber, nein, bei mir war die neue Liebe schon vorher da.

Frage: Wo endet der Mittwochabend, im Auto auf dem Weg nach Hamburg oder "bi Muddern to huus"?

Ina Müller: Bei "Muddern to huus" essen wir alle vorher, dann geht es zum Auftritt, und danach auf die Autobahn nach Dresden, denn da singe ich am Freitag auf dem legendären "Semperopernball"...das hab ich auch noch nie gemacht! Hossa!

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