Jetzt kommen noch mehr Impfstoffe aus Cuxhaven: Vibalogics vergrößert sich
CUXHAVEN. 42-Millionen-Investition in Cuxhaven: Das Unternehmen Vibalogics erweitert die Produktionskapazitäten auf dem Campus in Groden. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze.
Cuxhaven wird zu einem wichtigen Zentrum zur Herstellung von Impfstoffen. Das international tätige Unternehmen Vibalogics ist seit 14 Jahren am Standort aktiv und will seine Produktionskapazitäten jetzt auch infolge der Coronapandemie deutlich erhöhen. Schon für Johnson & Johnson hat Vibalogics als Dienstleister den Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt, der inzwischen weltweit verimpft wird. Außerdem will das Unternehmen Impfstoffe entwickeln, die gegen bestimmte Krebsarten helfen sollen.
42 Millionen Euro investiert Vibalogics in den nächsten zwei Jahren in den Ausbau der Produktionsstätten und Anlagen auf dem Grodener Campus. Zum symbolischen ersten Spatenstich am Freitag war der CEO Tom Hochuli vom Stammwerk in Boxborough in Massachusetts, USA, angereist. Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) gratulierte dem Führungsteam und wünschte eine erfolgreiche Entwicklung.
Grundlagen in Cuxhaven
Was in Cuxhaven an Impfstoffen entwickelt und für eine Zulassungsverfahren in kleineren Stückzahlen hergestellt wird, soll anschließend im Werk (das sich im Aufbau befindet) in den USA in Millionenstückzahl für den Markt produziert werden. "Wir schaffen hier die Grundlagen. Das ist mit hohen technischen Anforderungen verbunden", erklärte Dr. Stefan Beyer, Managing Director bei Vibalogics.
Auf der zusätzlichen Fläche plant das Unternehmen, neue Prozesse zu entwickeln, Arzneimittel-Substanzen herzustellen, Arzneimittel abzufüllen, die Qualitätskontrolle der Chargenfreigabe durchzuführen sowie Stabilitätsstudien zu ermöglichen.
Mitarbeiterzahl wird fast verdoppelt
90 Mitarbeiter sind bisher auf dem Campus an der Zeppelinstraße in Groden beschäftigt, mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren, davon über die Hälfte Frauen. In den kommenden Jahren dürfte sich die Zahl auf rund 160 fast verdoppeln.
Worüber sich der Oberbürgermeister besonders freut: Es werden durchweg gut qualifizierte Fachkräfte in der gesamten Republik für die Zukunftsbranche in Cuxhaven gesucht. Deshalb sei die Stadt in der Pflicht die passende Infrastruktur bei Wohnraum, Kitaplätzen usw. vorzuhalten. "Unsere Stadt verändert sich mit Unternehmen, wie dem Ihren", so Santjer, der mit seinem Pressesprecher mit dem Fahrrad zum Termin gekommen war.
Unter großem Zeitdruck
Aufgrund der Corona-Pandemie steht das Unternehmen unter Zeitdruck, die Kapazitäten schnell zu erhöhen. Die Betriebserweiterung, die einhergeht mit dem Erwerb der Gebäude von der Siedlungsgesellschaft, ist in zwei Bauphasen unterteilt. Im ersten Bauabschnitt wird ein bestehendes Gebäude des ehemaligen Bio Competence Centers (BCC) aufwendig umgebaut, um die hohen Sicherheits- und Reinheitsstandards zu erfüllen, die an die Anlage gestellt werden.
Denn später wird dort mit Viren gearbeitet, die nicht ins Freie gelangen dürfen. Auffällig sind daher die groß dimensionierten Lüftungs- und Filteranlagen, die später in der Deckenkonstruktion über den Reinräumen verschwinden werden. Im Mittelpunkt wird ein 500-Liter-Einweg-Bioreaktor stehen, der die Virenflüssigkeit aufnehmen soll, aus der später die einzelnen Impfdosen (nach weiteren Bearbeitungsschritten) abgefüllt werden.
Ab Januar einsatzbereit
"Wir sind Dienstleister für die Hersteller von Impfstoffen", erklärte Beyer bei einer Besichtigung der Baustelle. Bis Januar soll die neue Betriebsstätte einsatzbereit sein. Dazu gehört auch ein 200 Quadratmeter großer Umkleidebereich, der dem Produktionsbereich als Hygienestufe vorgeschaltet sein wird.
In Kürze
Vibalogics hat sich aus dem Bio-Competence Center (BCC) entwickelt, das 2004 auf dem Lohmann-Campus in Groden unter städtischer Trägerschaft gestartet wurde: 2003 als Bioprotect Research, seit 2007 als Vibalogics. Kernkompetenz ist die Herstellung humanmedizinischer Impfstoffe. Seit 2019 gibt es mit Ampersand Capital Partners einen neuen Investor. Invest in Cuxhaven: 42 Millionen Euro. Invest in Produktionswerk, USA: 125 Millionen Euro.