Jetzt muss eine Bürgschaft für die Elbefähre her
Es ist sehr schwer zu beurteilen, wie groß die Chancen sind, dass die geplante Elbfähre nach Brunsbüttel in diesem Jahr tatsächlich noch startet.
Gut sieht es aber nicht aus. Langsam müssten die Initiatoren liefern.
Zu viel Zeit ist seit der vollmundigen Ankündigungen schon verstrichen, ohne dass sich konkret irgendetwas getan hätte. Eigentlich sollte es zu Ostern losgehen, dann wurde der Termin auf den 1. Mai verschoben.
Aber der ist inzwischen auch nicht mehr zu halten. Selbst wenn die Finanzierung morgen stehen und das avisierte Schiff, die "Fanafjord", sich unverzüglich von Norwegen auf den Weg in Richtung Elbmündung machte, die Vorbereitungszeit würde nicht mehr ausreichen.
Vier bis sechs Wochen würden mindestens benötigt, um das Schiff auf der Werft zu überholen und für den Einsatz zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel fit zu machen. Dazu muss es ins Dock. Und auch an den Anlegern müssten noch Anpassungsarbeiten ausgeführt werden.
Dann wären wir schon Mitte Juni und das traditionell gute Pfingstgeschäft wäre den Betreibern durch die Lappen gegangen.
Erinnern wir uns, was Fährinitiator Heinrich Ahlers auf der Veranstaltung bei Nautischen Vereins gesagt hatte: "Wenn wir es bis Mai nicht schaffen, brauchen wir in diesem Jahr nicht mehr anzutreten. Den Fehler mit einem verspäteten Start haben die Vorgänger schon gemacht. Den werden wir nicht wiederholen. Dann versuchen wir einen Start im kommenden Frühjahr."
Offenbar halten jetzt allein die Banker den Schlüssel zum Erfolg in der Hand. Wenn es den Investoren nicht bald gelingt, sie von der Tragfähigkeit des Projekts Elbferry zu überzeugen, ist das Thema gestorben. Das wäre schlimm, sowohl für das Cuxland als auch für Dithmarschen. Beide Regionen am Fluss würden von der Elbquerung profitieren. Deshalb darf die Politik sich bei diesem Thema nicht enthalten. Mindestens eine Landesbürgschaft für eine Absicherung beim Kauf des Schiffes müsste als Unterstützung drinliegen.
Denn, wie sagte Cuxhavens Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Jothe kürzlich in einem Interview in unserer Zeitung: "Die Fähre ist eigentlich ein Fall für das Land. Sie ist ein Stück notwendige Infrastruktur, damit die Wirtschafts- und Sozialräume zusammenwachsen."