Jugendcamp im Lager Sandbostel
SANDBOSTEL. Bereits zum 4. Mal richtet die Stiftung Lager Sandbostel gemeinsam mit der Gemeinde Sandbostel und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) im Juli 2010 ein Internationales Jugendworkcamp in Sandbostel aus. Unterstützt werden die Organisatoren u.a. durch das Fallschirmjägerbataillon 373 aus Seedorf.
Unter der Leitung von Wolfgang Große und einem sechsköpfigen internationalen Team werden vom 16. bis 30. Juli 24 Jugendliche im Alter von 15 bis 23 Jahren aus acht europäischen/asiatischen Staaten (Deutschland, Estland, Frankreich, Republik Moldau, Polen, Russische Föderation, Spanien und der Ukraine) in Sandbostel zusammen kommen, um sich kennen zu lernen und gemeinsam auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel Aufräumarbeiten durchzuführen. Auf dem ehemaligen Lagerfriedhof (der heutigen Kriegsgräberstätte Sandbostel) werden die Jugendlichen auch Pflegearbeiten an den Grabsteinen und den Grünanlagen durchführen. Darüber hinaus wird in Rundgängen, Seminaren und Workshops die historisch-politische Geschichte des Ortes erarbeitet.
Mit dem ehemaligen belgischen Kriegsgefangenen Roger Cottyn und der Tochter des in Sandbostel gestorbenen KZ-Häftlings Erich Kleeberg, Ruth Gröne, werden den Jugendlichen auch in diesem Jahr wieder zwei Zeitzeugen zur Verfügung stehen, die in Gesprächen ihre individuellen Erlebnisse und eindrucksvollen Erinnerungen an den historischen Ort schildern. Für die Gedenkstätte Sandbostel ist das Jugendworkcamp wie schon in den vergangenen Jahren eine konkrete und wichtige Hilfe bei dem weiteren Aufbau der Gedenkstätte. Die Arbeit auf dem Gelände des ehemaligen Stalag X B und das Wissen um die Geschichte, die mit dem Ort und den jeweiligen historischen Gebäuden verbunden sind, ermöglicht einen intensiven und eindrücklichen Zugang zum historischen Ort.