Kult-Gaststätte

Käufer für Ostener "Fährkrug" gefunden

08.09.2018

OSTEN. Nach langer Suche haben Horst und Gisela Ahlf einen Käufer für Ostener "Fährkrug" gefunden. Von Egbert Schröder

Es dürfte eines der bekanntesten Gasthäuser im Cuxland sein – und eines der ältesten: der „Fährkrug“ in Osten. Noch heute liegen in der Gaststube die Dielen, die vor über 250 Jahren beim Neubau des Gebäudes verwendet wurden. Horst und Gisela Ahlf betreiben seit mehr als 50 Jahren das „Fluss-Hotel & Restaurant“ an der Schwebefähre. Doch am 15. Oktober ist Schluss: Sie haben den „Fährkrug“ verkauft. Nach einigen Um- und Ausbaumaßnahmen soll der Betrieb im kommenden Jahr weitergehen.

Horst Ahlf kennt die Schwebefähre wohl so gut wie kein anderer Ostener. Das Wahrzeichen der Oste-Region überragt das Gebäude, das seit 1764 direkt auf dem Deich steht. Doch die Vorgeschichte des Fährkrugs reicht nahezu 500 Jahre zurück: „Es gibt eine Urkunde aus dem Jahr 1522, in der der Ausschank und das Fährrecht vermerkt sind.“ Erst vor mehr als 100 Jahren wurde die Schwebefähre gebaut. Zuvor dienten andere Fähren als Transportmittel an der Oste.

Horst Ahlfs Mutter hatte den Fährkrug zunächst gepachtet und später dann gekauft. Ihr Sohn Horst absolvierte eine Kellner-Ausbildung und war in mehreren Häusern tätig, bevor er schließlich 1963 gemeinsam mit seiner Frau den „Fährkrug“ übernahm. „Damals konnten die Gäste gerade einmal an sieben Tischen Platz nehmen“, sagt der 77-Jährige. Das Angebot an Speisen und Getränken war übersichtlich.

Das Paar investierte – ob in Unterkünfte für Urlauber, in die Küche oder das Mobiliar. Und Ahlfs entwickelten eine Speisekarte für eine „gutbürgerliche Küche“. Das Konzept ging auf.

Dass dieses Konzept aber auch mit dem Betrieb der Schwebefähre steht und fällt, zeigte sich Mitte der 70er-Jahre, als es nach dem Bau der Ostebrücke zu einer mehrjährigen Stilllegung der „Eisernen Lady“ kam: „Der Gemeinderat hätte die Schwebefähre am liebsten abgerissen. Doch das war viel zu teuer.“

Ohne Fährbetrieb blieben die Gäste weg: „Das waren schwierige Jahre für uns.“ Schließlich ergriff Horst Ahlf selbst die Initiative und gründete gemeinsam mit anderen Mitstreitern die „Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten“, die bis heute im Auftrag des Landkreises den Fährbetrieb sicherstellt.

Seit vielen Jahren sind Ahlfs bereits auf der Suche nach einem Käufer für den „Fährkrug“: „Unsere Kinder wollen den Betrieb leider nicht weiterführen.“ Inzwischen steht jedoch fest, dass es mit dem Betrieb weitergehen wird. Allerdings in veränderter Form. So wird es kein Hotelangebot mehr geben, dafür entstehen aber an der Oste Ferienwohnungen.

Auch für den Restaurantbetrieb hat sich eine Lösung ergeben. Der Käufer des Fährkrugs hat nach Ahlfs Angaben einen Pächter gefunden.

Horst und Gisela Ahlf werden in Osten bleiben. Eine Wohnung haben sie bereits gefunden: „Osten ist nun einmal unsere Heimat. Hier wollen wir nicht weg.“

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