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Diskussion im Ausschuss:

Keine neuen Kirchplatz-Parkplätze

13.10.2013 Zuletzt aktualisiert: 28.06.2022 22:49 Uhr

OTTERNDORF. Auf dem neu gestalteten Kirchplatz scheint für viele Autofahrer die Macht der Gewohnheit zu regieren. Die ehemaligen Parkplätze vor der Bäckerei Böhn und dem Schuhhaus Steffens sind im Zuge des Rückbaus eigentlich abgeschafft worden. Dennoch stellen viele Bürger und Touristen ihren Wagen auf der leeren Fläche ab, um Einkäufe zu erledigen. Die Otterndorfer Stadtverwaltung beantragte nun die Wiedereingliederung dieser Flächen für Kurzzeitparker – erhielt dabei aber deutlichen politischen Gegenwind.

Bei der Sitzung des Rückbau-Ausschusses am Donnerstagabend stellte Stadtdirektor Harald Zahrte den Verwaltungsvorschlag vor. Laut Ratsbeschluss darf auf der Fläche im Einmündungsbereich der Cuxhavener Straße in Verlängerung zur Küsterstraße nicht mehr geparkt werden. Vor dem Umbau befanden sich dort noch ausgewiesene Stellplätze. „Die Praxis zeigt uns aber nun, dass die Verkehrsteilnehmer diese Fläche auch nach dem Umbau noch nutzen, um kurzfristige Besorgungen zu erledigen“, erklärte Zahrte. Ziel der Umbaumaßnahme sei neben der Attraktivierung auch eine verbesserte Situation für den Einzelhandel.

Bei den Flächen handele es sich laut Zahrte um einen Umschlagplatz. „Die Leute halten dort, um Geld zu drehen – nicht zum gemütlichen Spazierengehen“, so der Stadtdirektor. Das Parken werde dort derzeit durch das Verbot ohnehin nicht unterbunden. Kontrolleure ahnden dies zwar mit Knöllchen, es ergeben sich dadurch zahlreiche Dispute zwischen den Beamten und den verärgerten Autofahrern. 

Unterstützung für sein Vorhaben erhielt Zahrte von Schuhhaus-Chef Helmut Steffens. „Vor allem ältere Kunden wollen einfach nah am Geschäft parken“, erklärte er. Bis zu zehn Beschwerden erhalte er täglich. Der Platz vor seinem Schuhhaus werde schließlich auch nicht anderweitig genutzt. Durch den Wegfall der Stellplätze verzeichne er ein Umsatzminus von bis zu 15 Prozent.

„Wir wollten mit dem Umbau die Aufenthaltsqualität der Gäste erhöhen, nicht der Autos“, so Henry Adolf Woltmann (SPD). Es sei absolut zumutbar, ein paar Meter weiter zu parken, um die Geschäfte dort zu erreichen. „Es geht hier nur um die Bequemlichkeit der Leute“, meinte der Sozialdemokrat. In anderen Städten müsse man auch mal 50 Meter zu einer Filiale laufen. Die Flächen sollte man demnach auch für eine mögliche Außengastronomie frei halten. Ähnlich bezog Vera Dieckmann (CDU) Stellung. „Es sollte ein Platz zum Verweilen und Genießen entstehen“, so die Ratsfrau. „Es wäre schade, wenn wir davor nun wieder mehr Blech schieben.“ Ohnehin gäbe es durch den Rückbau mehr Parkplätze um dem Kirchplatz herum als zuvor.

Die Ratsherren Hermann Gerken (FDP) und Ernst-August von der Decken (CDU) sprachen sich für die Einrichtung der Parkplätze aus. „Auf dieser Seite des Kirchplatzes trüben die Autos keinen schönen Blick“, so Gerken. Die Leute würden ohnehin zur Kirche auf der Südseite blicken. Von der Decken gab an, dass die Wünsche der Geschäftsleute und Kunden den kleinen ästhetischen Makel überwiegen müssten.

Bei der abschließenden Abstimmung sprachen sich allerdings fünf der neun Ausschussmitglieder grundsätzlich gegen die neuen Parkplätze aus (zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen).

Von Joël Grandke

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