Kinderbetreuung und Landwirtschaft: Wahlkampf in Nordleda
NORDLEDA. Mit welchen Themen und Standpunkten gehen die Kandidaten in der 1100-Einwohner-Gemeinde in den Kommunalwahlkampf?
Es ist nicht mehr lange bis zur Kommunalwahl - auch in der Gemeinde Nordleda wird dann über wichtige Themen der Zukunft entschieden. Doch welche Positionen vertreten eigentlich die Parteien und Kandidaten vor Ort etwa zur Landwirtschaft, zum Windpark oder zu neuen Baugebieten? Wir haben sie gefragt.
Landwirtschaft in Nordleda
Die Landwirtschaft ist im Wandel - so stark wie kaum eine andere Branche. Die Zahl der Betriebe geht seit Jahren zurück, oft fehlt ein Nachfolger. Uwe Haase, Landwirt und SPD-Spitzenkandidat in Nordleda, kennt das Problem nur zu gut. "In zehn Jahren werden wir vielleicht nur noch fünf landwirtschaftliche Betriebe in Nordleda haben", befürchtet der "Feierabendpolitiker", wie er sich selbst nennt. Sinkende Einnahmen, immer mehr Vorschriften und Beschwerden: Mit Romantik habe der Alltag eines Bauern schon lange nichts mehr zu tun, meint Haase.
Baugebiet "Heringskoop"
"Egal, was wir machen, es ist sowieso verkehrt, dabei versuchen wir doch nur, unsere Betriebe zu erhalten." Das Ansehen der Landwirtschaft zu verbessern und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, das ist Haase wichtig. "Wir müssen nach vorne schauen", sagt der SPD-Politiker, der sich darüber freut, dass es nun mit dem Baugebiet "Heringskoop" vorangeht. "Es ist ganz wichtig, dass wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, hier zu bauen und hier zu bleiben."
Repowering: "Ich bin dafür"
Ein weiteres Thema, das Uwe Haase am Herzen liegt, ist der Windpark Nordleda. Die 26 Anlagen sollen durch sechs neue, modernere, größere Anlagen ersetzt werden - das sogenannte Repowering. "Ich bin dafür", sagt Haase, wohlwissend, dass es in seiner Fraktion auch kritische Stimmen zu den Windkraftplänen gibt.
Und wie denken die Grünen in Nordleda über das im Dorf durchaus umstrittene Windkraftprojekt? Kandidat Siegfried Anskeit plädiert für ein "Repowering mit Augenmaß" und sagt: "Wenn man den Klimawandel sieht und den Kohleausstieg fordert, dann kann man schlecht gegen das Repowering sein." Industrielle Landwirtschaft, Massentierhaltung und die "Vermaisung" der Landschaft, wie sie auch in Nordleda zu beobachten sei, lehnt Anskeit ab. "Es wäre schön, wenn wir weitere Biobauern in Nordleda ansiedeln könnten", sagt der Grünen-Kandidat.
Öffentlicher Nahverkehr
Ein weiteres Schwerpunkt-Thema, das Siegfried Anskeit voranbringen will, ist der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs - "damit das Dorf nicht abgehängt wird". Das Anrufsammeltaxi hält er für ausbaufähig. Apropos ausbaufähig: Anskeit will sich dafür einsetzen, dass Resthöfe im Außenbereich problemloser zu Wohnprojekten umgebaut werden können. Der Landkreis würde dies aber immer wieder bremsen.
Kinderbetreuung
Für die CDU tritt Uwe Blohm als Spitzenkandidat an. Er möchte Bürgermeister Eugen Böhm ablösen, der sich nach 45 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit aus dem Gemeinderat verabschiedet. Großer Wunsch und Ziel von Blohm ist es, die Grundschule zu erhalten. Auch der Kindergarten soll bleiben und möglichst mit einer Ganztagsgruppe ausgebaut werden, wünscht sich der Friedhofswart, der in 14 Monaten in Pension geht und dann noch mehr Zeit für die Politik hat, wie er sagt.
Mehr Familien nach Nordleda
Wenn das neue Baugebiet "Heringskoop" gut angenommen wird, möchte Blohm möglichst schnell ein weiteres Neubaugebiet auf den Weg bringen - "damit wir noch mehr junge Familien nach Nordleda bekommen". Ein Herzensprojekt von Uwe Blohm und ein "Dauerbrenner" im Dorf ist der geplante Fahrradweg zwischen Nordleda und Lüdingworth. In der Prioritätenliste steht das Projekt aktuell auf Rang 102. Zusammen mit dem Lüdingworther Ortsbürgermeister will Blohm das Projekt nach vorne bringen.
Verschönerungen im Dorf
Auch den Windpark hat Blohm im Blick und setzt aufs Repowering, davon würde auch die Gemeindekasse profitieren. "Mit dem Geld könnte man dann Umweltprojekte auf den Weg bringen oder Verschönerungen im Dorf vornehmen", sagt Uwe Blohm, der sich für das Modell der Samtgemeinde und gegen eine Einheitsgemeinde Land Hadeln ausspricht.
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