Klare Kante an der Kaje im Alten Fischereihafen
CUXHAVEN. Norbert Plambeck will den Alten Fischereihafen seiner Heimatstadt Cuxhaven aufpolieren. Die Moderatorin Simone Neddermann aus Bexhövede hat ihm beim Planen federführend geholfen. Von Barbara Fixy
Die Sicht auf den alten Fischereihafen in Cuxhaven ist klar. Nicht nur an diesem Morgen, als ein eiskalter Wind die Wolken vertrieben hat. Klarheit schaffen, das ist auch der Job von Simone Neddermann aus Bexhövede, die an diesem frostigen Wintermorgen an den alten Fischereihafen gekommen ist.
Die 45-Jährige gestaltet den Prozess, in dem sich die Cuxhavener mit dem Investor Norbert Plambeck sowie Politik und Verwaltung auf einen Kurs einigen, um ihren Alten Fischereihafen zum touristischen Aushängeschild zu machen, dessen maritimer Charme erhalten, vielleicht sogar wieder freigelegt wird.
Zuletzt bestimmte eine Jury die Gewinner eines Architektenwettbewerbs, an dem sich drei Büros beteiligt hatten. Das komplexe Zusammenspiel zwischen den Beteiligten gestaltete die 45-jährige Moderatorin. Sie war diejenige, die zwischen den Akteuren vermittelte und sie zusammenführte.
Sie erhielt für ihre Arbeit ein dickes Lob vom Investor Plambeck. Und selbst ist sie hingerissen von den Cuxhavenern, und wie sehr ihnen dieses alte Hafenbecken am Herzen liegt. „Es war zu spüren, wie sehr sie die Keimzelle ihrer Stadt lieben“, sagt sie. Nun trifft sie sich noch einmal mit der Lenkungsgruppe, in der der Investor und die Mitarbeiter der Stadtplanung sitzen, um einen letzten Blick auf die Empfehlung an den Stadtrat zu werfen. „Und das war’s dann“, sagt die zierliche Frau, die einen zielstrebigen Eindruck macht.
Zu Hause in Bexhövede gibt es nach der arbeitsintensiven Endphase eines solchen Großprojekts auch das ein oder andere zu tun. „Wir haben ein großes Grundstück und einen schönen Garten“, erzählt sie auf der Fahrt zurück ins Landesinnere.
Und ein Gewächshaus, in dem sie auch in diesem Jahr wieder Tomaten ziehen will. „Ich habe da so ein paar seltene Sorten“, schwärmt sie. Damit die gedeihen, muss sie die Saat aussäen. Und dafür wird es jetzt höchste Zeit. Wichtig sind Simone Neddermann Natur, Landschaft und das soziale Miteinander. Studiert hat sie Landschafts- und Freiraumplanung in Hannover und währenddessen im Stadtplanungsbüro ihres Professors mitgearbeitet. „Da habe ich mein Handwerk gelernt“, sagt sie. Weil sie weiß, wie Planung geht, aber auch wie Politik und Verwaltung funktionieren, hat sie für sich die Rolle der Moderatorin in den vielfältigen Entwicklungsprozessen gewählt, die zwischen diesen Polen vermittelt und die Bürger einbezieht.
Nach Cuxhaven treten jetzt Projekte in Aachen und Paderborn in den Vordergrund. Dort warten wieder Bürger, Investoren, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter.
So gelingt Bürgerbeteiligung
Jedes Projekt ist anders. Wünschenswert ist, die Bürger von Anfang zu beteiligen.
Um zu erfahren, was die Bürger interessiert, suchen die Moderatoren gut vernetzte Akteure aus der Bevölkerung, die sie vorab einbeziehen und für das Projekt begeistern.
In der Analyse ermitteln die Bürger, was gegenwärtig gut, was schlecht läuft. Sie erfahren, welchen Planungsspielraum es gibt.
Daraus entwickeln sie gemeinsam mit Verwaltung und Politik Beurteilungskriterien für die Ideen, die die Planer später entwickeln. Dabei legen sie zum Beispiel fest, welche Aktivitäten auf einer Fläche möglich oder für welche Zielgruppen die Planungen geeignet sein sollen.
Die Planer entwerfen auf Grundlage dieser Kriterien ihre Ideen.
Den Bürgern werden die Pläne vorgestellt und sie prüfen sie anhand der vorab definierten Kriterien. Eventuell werden die Pläne daraufhin überarbeitet.
Investoren, Politik und Verwaltung sind während des gesamten Planungsprozesses im Boot.