Bis heute im Besitz der Bremer Ritterschaft / Sorgen um den Nachwuchs
Neuenwalde (epd/fe). Das Kloster Neuenwalde wurde vor 666 Jahren gegründet. Die Wurzeln des Benediktinerinnen-Klosters sind allerdings noch älter. Denn bereits im Jahr 1219 wurde der Vorläufer des Klosters in Midlum im Land Wursten gegründet.
Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten musste das Kloster zweimal umziehen: zunächst nach Altenwalde und schließlich im Jahr 1334 nach Neuenwalde. Seit 1683 ist das Kloster im Besitz der Bremer Ritterschaft, die aus der mittelalterlichen Ständegesellschaft hervorgegangen ist und noch heute als Bremen-Verdische Ritterschaft mit Sitz in Stade existiert.
Der Ritterschaft diente das Kloster "zur Edukation und Erhaltung" ihrer adeligen Töchter. Aus jeder Familie der Ritterschaft durfte jeweils nur eine jeweils unverheiratete Tochter Klosterdame werden. Der Andrang sei groß gewesen, erläuterte Klosterdame Dr. Thora von der Decken. Sie leitet das Kloster seit 1987 als Priorin. Ein Platz im Kloster habe jungen Frauen attraktive Lebensmöglichkeiten geboten. Dort hätten sie die Chance gehabt, einer ungewollten Ehe zu entfliehen oder auch Lesen und Schreiben zu lernen.
Doch seit ledige Frauen keine wirtschaftliche Not mehr fürchten müssen und verstärkt noch durch die allgemein schwindende Kirchenbindung hat das Interesse am Leben im Kloster abgenommen.
Heute ist es laut von der Decken schwierig, Interessenten für das Klosterleben zu gewinnen. Mittlerweile leben noch zwei Klosterdamen in Neuenwalde. Weitere Klosterwohnungen werden vermietet. "Heute kommen die Frauen erst, wenn sie im Rentenalter sind, früher kamen sie jung", sagte die Priorin bedauernd
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