Der Otterndorfer Lidl-Markt soll abgerissen und durch einen modernen und größeren Discounter ersetzt werden. Foto: Schult
Der Otterndorfer Lidl-Markt soll abgerissen und durch einen modernen und größeren Discounter ersetzt werden. Foto: Schult
Discounter

Lidl-Neubau in Otterndorf: Kompromiss in Sicht

von Christian Mangels | 06.09.2019

OTTERNDORF. Im Konflikt um den Lidl-Neubau am Otterndorfer Liebesweg zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Investor Heinz Reuter hat seine Pläne überarbeitet. Der Discounter rückt nach dem neuen Entwurf weiter nach Norden. Dadurch entsteht Platz fürs Wohnen. Die 82-jährige Seniorin Hannelore Thomas und ihre Nachbarn bekommen ein neues Domizil und können an der Nelkenstraße wohnen bleiben.

"Das ist ein wirklich guter Kompromiss", waren sich Politik und Verwaltung einig, als die Planungsvariante im Otterndorfer Bau- und Altstadtsanierungsausschuss vorgestellt wurde. Auch die Anwohner der Nelkenstraße und der benachbarten Straßen sind mehrheitlich erleichtert, auch wenn es noch einige offene Fragen, etwa zum Lärmschutz, gibt. Investor Heinz Reuter zeigt sich auf jeden Fall gesprächsbereit, das wurde in der Ausschusssitzung deutlich.

Discounter wird gedreht

Am Grundkonzept hat sich im Grunde nicht viel verändert: Der jetzige Lidl-Markt (Verkaufsfläche: 998 Quadratmeter) soll abgerissen und durch einen modernen und größeren Discounter mit rund 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche ersetzt werden. Der Markt steht dann nicht, wie bisher, längs zum Liebesweg, sondern wird gewissermaßen gedreht, sodass die schmale Front mit dem Eingang künftig zum Liebesweg zeigt. Es bleibt auch dabei, dass der Neubau ans Wohngebiet Nelkenstraße heranrückt und dass dort mehrere Wohneinheiten abgerissen werden.

Die neue Planung sieht aber eine Lösung für die langjährigen Bewohner der Nelkenstraße-Reihenhäuser 10a, 10b und 10c vor: Der komplette Baukörper wird ein Stück nach Norden in Richtung Liebesweg verschoben. Dadurch entsteht im Süden Raum für ein kleines Wohngrundstück. "In diesem Gebäude werden wir alle drei Mietparteien unterbringen", verspricht der Otterndorfer Investor Heinz Reuter, der in den vergangenen Monaten wegen der Abrisspläne kritisiert wurde und auch Drohungen erhalten hat. Das neue Wohnhaus soll ebenerdig und seniorenfreundlich gestaltet werden.

Auch beim Lärmschutz verspricht Reuter Nachbesserungen. So soll der "Tunnel" für die an- und abfahrenden Anliefer-Lkw verlängert werden.

Anwohner bleiben bei Klage

Nicht alle Anwohner können sich mit dem Kompromiss anfreunden. Ursula Finzen und Werner Würger, Bewohner der Nelkenstraße-Häuser Nummer 5 und 7, bleiben bei ihrer Entscheidung, juristisch gegen die Baupläne vorzugehen. Zwar sind sie nicht direkt betroffen von den geplanten Abrissmaßnahmen, aber den Discounter-Neubau lehnen sie dennoch ab. Ihre Wohnhäuser würden deutlich an Wert verlieren. Und auf einen Lärmschutzwall wollen sie nicht blicken.

"Unser Wohnviertel wird optisch verschandelt", erneuerte Ursula Finzen ihre Bedenken. Aus ihrer Sicht gibt es deutlich bessere Orte für einen Lidl-Neubau in Otterndorf und verweist auf den Penny- Markt, der auch nicht in der Innenstadt angesiedelt sei.

Investor und Grundstückseigentümer Heinz Reuter hält an dem Standort am Liebesweg fest. Wenn alles klappt und der Landkreis grünes Licht geht, könnte es im Sommer 2020 mit dem Lidl-Neubau losgehen, hofft der 80-jährige Otterndorfer.

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