Mangelnde Zustände am Gymnasium Warstade
HEMMOOR. In vier Jahren wird Friederike Hauschild mitten in den Vorbereitungen für ihre Abiturprüfungen stecken. Vier Jahre - eine lange Zeit. Von Egbert Schröder
Der Leiter des Warstader Gymnasiums, Thomas Kranenberg, zeigte gleich zu Beginn der Veranstaltung „Rollende Redaktion“ in einem Vortrag die Schwachstellen der Schule auf. Nachfolgend einige seiner Aussagen:
Sanierungsstau: „Das Gymnasium krankt daran, dass wesentliche Gebäudeteile und ihre Einrichtung seit Jahrzehnten nicht erneuert, geschweige denn saniert wurden.“
„Geringschätzung“: „In der pädagogischen Literatur findet sich zuhauf die Erkenntnis, dass Schülerinnen und Schüler unbewusst, aber treffsicher spüren, welche Geringschätzung ihnen die Gesellschaft entgegenbringt, wenn ihr Lernumfeld nicht stimmt, also dann, wenn es wie hier aus verschmutzten, muffelig riechenden Teppichböden, bekritzelten und löchrigen Möbeln, herabhängenden, ungewaschenen Gardinen, losen Deckenvertäfelungen und undichten Flachdächern besteht. Auf ein solches Lernumfeld treffen unsere Schülerinnen und Schüler leider täglich.“
Istzustand: „Meine Bestandsaufnahme seit 2012 stimmt bedenklich: marode Gebäudeteile, viele Jahrzehnte altes, längst abgängiges Mobiliar, zu wenige Klassenräume, was wiederum zu sogenannten Wanderklassen führt, keine Aula, keine Mensa, kein Aufenthaltsraum für Schüler in der Mittagspause, kein Aufenthaltsraum für Fahrschüler, kein Konferenzraum!“
„Wanderklassen“: „Das Schicksal der Wanderklassen teilen derzeit drei Klassen. Nach Einführung des ‘G9’ werden weitere drei bis vier Klassen betroffen sein. Also: Sechs bis sieben Wanderklassen ohne eigenen Klassenraum! Es kommt hinzu, dass im Zeitalter der Inklusion weitere Räume zur Verfügung stehen müssen, in denen differenzierter Unterricht für Kleingruppen erteilt werden kann. Es bleibt festzuhalten, dass am Gymnasium Warstade in Kürze ein Defizit von rund zehn Klassenräumen besteht.“
Aufenthaltsraum: „Im Gymnasium gibt es keinen einzigen Aufenthaltsraum für Schülerinnen und Schüler.“ Sicherheit: „Der ‘Chemieraum 2’ ist ein innenliegender Raum. Die hörsaalgemäße Einrichtung dieses Chemieraumes legt nahe, dass dieser Fachraum besonders für Lehrerdemonstrationsversuche ausgelegt ist. Der Lehrertisch bietet zahlreiche Anschlussmöglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler sehen mangels eigener Möglichkeiten zu. Voraussetzung ist jedoch, dass die Lehrkraft zuvor die Türen zum Flur geöffnet hat, denn die vorhandene Entlüftung ist unzureichend und Fenster existieren erst gar nicht. Können hier wirklich alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden?“
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