Supermarkt

Marktkauf Cadenberge vor dem Abriss

07.06.2018

CADENBERGE. Der Anfang April geschlossene Marktkauf Cadenberge kann demnächst abgerissen werden. Von Wiebke Kramp

Das Haus am Marktplatz ist bald Geschichte. Der Anfang April geschlossene Marktkauf Cadenberge kann demnächst abgerissen werden. Für Verzögerungen hatten zunächst Mieter gesorgt. Eine mehrköpfige Familie lebte oben in einer Wohnung über dem Einkaufsmarkt.

Bereits vor zwei Jahren hatte Bürgermeister Wolfgang Heß seine Hilfe zugesagt, doch das ließen die Verantwortlichen Edeka Nord lange Zeit links liegen. Bis vor kurzem, als feststand, dass weiterhin die Mieter einen Abbruch unmöglich machen, da wurde um Unterstützung durch die Gemeinde nachgefragt. Heß setzte alle Hebel in Bewegung, um zügig geeigneten Wohnraum für die Mutter und ihre vier Kinder zu bekommen – und er wurde in Cadenberge fündig.

Das bedeutete den Startschuss für die die Arbeiten am Gebäude. Das Bülkauer Abbruchunternehmen Freimuth nimmt jetzt zunächst die Schadstoffsanierungsarbeiten auf. Die vorbereitenden Arbeiten im Nachbargebäude sollen bereits abschlossen sein. Die zum Komplex gehörende ehemalige Schlachterei ist jetzt nach Auskunft der Firma soweit abbruchreif. Einst stand auf dem Gelände das Stammhaus Kaufhaus Langner, das der Cadenberge Ernst Langner 1933 übernahm, später ständig erweiterte sowie das spätere „Ela“-Bekleidungswerk aus der Taufe hob. Sein Sohn Dr. Ernst Arnold Langner baute die Selbstbedienungskette Super Bazar vor allem zwischen Cuxhaven (ab 1969) bis in den Hamburger und Schleswig-Holsteiner Raum auf. Daraus wurden später die Suba-Center als Vorgänger von Marktkauf, das heute zur Unternehmensgruppe ruppe Edeka Nord mit Sitz in Neumünster gehört.

Zum Gelände zählen der mehrgeschossige Einkaufsmarktbau, die daneben liegende ehemalige Fleischerei Kwiatkowski sowie angrenzenden Parkplätze bis zum Autohandel.

Pläne sehen nun vor, in Cadenberger einen inhabergeführten Edeka neu zu bauen. Die Einkaufssituation in Cadenberge hat sich nach Schließung des Marktkauf verändert. Auch der Aldi-Markt an der Bundesstraße 73 wurde bereits abgerissen. Doch anders als Edeka – die ihre Kunden nach Otterndorf und Hemmoor schicken – bietet Aldi eine innerörtliche Alternativean – und hat hinter dem Rathaus ein großes Supermarkt-Zelt errichten lassen, das von der Kundschaft gut frequentiert und angenommen wird. Das ehemalige Aldi-Gebäude wurde schnell dem Erdboden gleich gemacht und ebenso zügig wurde der Neubau begonnen.

Aus Kundensicht hat die Marktkauf-Schließung bereits eine Lücke gerissen. „Wir brauchen dringend einen Vollsortimenter. Haushaltswaren haben unsere Discounter Aldi und Lidl nicht im ständigen Sortiment, Wenn ich solche Dinge wie eine Pfeffermühle oder Geschirrhandtücher brauche, dann muss ich nach Otterndorf oder Hemmoor fahren“, beschreibt die Cadenbergerin Christa Voit eine missliche Situation.

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