2018 wurden mehr Seehund-Jungtiere im gesamten Wattenmeer gezählt als im Jahr zuvor. Archivfoto: Runge
2018 wurden mehr Seehund-Jungtiere im gesamten Wattenmeer gezählt als im Jahr zuvor. Archivfoto: Runge
Tierwelt

Mehr Seehund-Junge im Wattenmeer denn je

von Redaktion | 01.11.2018

WILHELMSHAVEN/NORDSEE. Der Bestand der Seehunde im Wattenmeer bleibt mit rund 40 000 Tieren seit 2012 stabil. Für Seehundwelpen ist 2018 wieder ein Rekordjahr.

9285 Jungtiere wurden registriert - die meisten seit Beginn der Seehund-Zählungen. Diese Ergebnisse gehen aus einem Bericht der "Trilateralen Seehundexpertengruppe" (TSEG) mit Sitz in Wilhelmshaven hervor.

Die Gruppe koordiniert die jährlichen Seehundzählungen, die das gesamte Wattenmeer von Dänemark über Deutschland bis in die Niederlande umfassen.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem was wir beobachten, nämlich einen stabilen und vitalen Seehundbestand", sagt Sascha Klöpper, stellvertretender Exekutivsekretär des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats (Common Wadden Sea Secretariat; CWSS).

Klöpper gibt zu bedenken, dass in den vergangenen Jahrzehnten die Seehundpopulation immer mal wieder stark beeinträchtigt worden sei - unter anderem durch den Verlust von Lebensraum sowie durch Ausbrüche der Seehundstaupe 1988 und 2002. Inzwischen zahlten sich jedoch Schutzmaßnahmen aus.

Um sowohl einen Überblick über ausgewachsene als auch über neugeborene Seehunde zu erhalten, unternimmt die TSEG ihre Zählungen regelmäßig während zweier Zeiträume im Jahr: Der Gesamtbestand wird während der Fellwechselphase und den damit verbundenen häufigeren Landaufenthalten der Tiere gezählt; Neugeborene während der Wurfphase.

Während des Fellwechsels im August 2018 wurden in Dänemark 2675 Tiere (minus zehn Prozent im Vergleich zu 2017) und 8058 in Niedersachsen und Hamburg (plus zehn Prozent) registriert. Diese Trends könnten verschiedene Ursachen haben: uneinheitliches Datum der Zählungen aufgrund von Umwelt- oder Wetterbedingungen, variierende Anzahl von Seehunden oder Wanderungsbewegungen der Seehunde im Wattenmeer.

Aufgrund von Militärübungen wurde ein Gebiet in den Niederlanden nicht für Zählungen freigegeben. Daher konnte hier mit 6774 Tieren nur ein Teil des Bestandes gezählt werden. In Schleswig-Holstein verhinderten Wetterbedingungen die Zählung an den vereinbarten Tagen. Unter Bezug auf die im Vorjahr durchgeführten Zählungen in Schleswig-Holstein (8834) und dem gesperrten niederländischen Teilgebiet (1151) wurde eine Population von 27 492 Tieren geschätzt. Da nicht alle Tiere zur gleichen Zeit an Land sind, rechnen die Experten diese Zahl mit einem korrigierenden Faktor hoch - und kommen so auf einen Gesamtbestand von 40 000 Seehunden im Wattenmeer für das Jahr 2018.

Seehunde sind, wie auch Kegelrobben, prominente Raubtierarten in der Region. Seehunde stehen im Wattenmeer unter besonderem Schutz und werden kontinuierlich, im Rahmen des Wattenmeer-Seehundabkommens (Agreement on the Conservation of Seals in the Wadden Sea; WSSA) unter der Schirmherrschaft des UN-Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden Tierarten (CMS), überwacht. (red)

In der Wurfperiode der Seehunde im Juni 2018 wurden im Wattenmeer in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark mit 9285 neugeborenen Tieren der höchste Welpenbestand seit Beginn der Erfassung gezählt.

Bei regionaler Betrachtung, wurde in Schleswig-Holstein mit 4576 Welpen ein Anstieg von 15 Prozent verzeichnet. In Dänemark wurden 560 Jungtiere registriert (minus 23 Prozent im Vergleich zu 2017). In Niedersachsen und Hamburg blieben die Zahlen mit 2158 und einem Rückgang von zwei Prozent im Vergleich zu 2017 stabil. In den Niederlanden konnte in einem vom Militär genutzten Bereich des Wattenmeers keine Zählungen durchgeführt werden. Im restlichen Gebiet wurden 1991 Welpen erfasst. Auch mit Ausschluss des betroffenen Gebiets wurden 2018 mehr Jungtiere im gesamten Wattenmeer gezählt als im Jahr zuvor (9167). Die Experten gehen davon aus, dass der tatsächliche Anstieg sogar noch größer gewesen sein wird.

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