Bahn-Wechsel

Metronom-Mitarbeiter sind in Sorge um ihre Zukunft

06.10.2016

KREIS CUXHAVEN. Erstmals gewinnt die Deutsche Bahn bei der Streckenausschreibung eine Verbindung von einem Konkurrenten zurück. Von Björn Vasel und Wolfgang Stephan

Gleichzeitig wird die Bahn auch künftig mit den Fahrzeugen des einstigen Mitbewerbers Metronom unterwegs sein – auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven.

Ende 2018 enden, wie berichtet, die Dienstfahrten des Metronoms in der Region. Weil alle Verkehrsverbindungen auf der Schiene europaweit ausgeschrieben werden müssen, gibt es einen harten Wettbewerb der Verkehrsunternehmen, den 2007 auf der Strecke Cuxhaven-Hamburg die Bahn gegen den Metronom verloren hatte. Jetzt holt sich die Bahn diese Strecke zurück.

Die Strecke Hamburg-Cuxhaven ist stark defizitär, nur zwischen 30 und 40 Prozent der Betriebskosten finanzieren sich über den Fahrkartenverkauf. Laut LNVG-Sprecher Rainer Petersdürfe sich an der Qualität und am Service nichts ändern, wenn die Bahn bis zum Jahr 2027 die Strecke betreibt. Die DB Regio AG wird Fahrzeuge aus dem Fahrzeugpool der LNVG mieten und vermutlich mit einem neuen Anstrich versehen. Acht Diesellokomotiven und 38 Doppelstockwagen werden weiterhin von Cuxhaven nach Hamburg und zurückrollen. Die Instandhaltung der Züge erfolgt weiter durch den Fahrzeughersteller Bombardier am Werkstattstandort Bremervörde.

Der neue Betreiber muss die betroffenen Metronom-Beschäftigten übernehmen, wenn sie das wollen. Deren Betriebsräte üben Kritik. Die Deutsche Bahn – ausgestattet mit Milliarden aus dem Bundeshaushalt – dränge „mit Kampfpreisen aggressiv in den Markt, um sich wieder das Monopol zu sichern“. Nur der Preis und nicht die Service-Qualität zähle bei den Ausschreibungen, klagen die Betriebsräte Hans-Jürgen Hauschild und Andreas Panczyk. Bis zu 65 Mitarbeiter, Zugbegleiter und Lokomotivführer, müsste die DB Regio AG nach dem Zuschlag für die Strecke Cuxhaven-Hamburg im Zuge des Betriebsübergangs übernehmen. Diese sind in Sorge, sie wissen nicht, ob die Bahn nach dem Betriebsübergang die übertariflichen Leistungen wie Altersversorgung und Energiesparprämien sowie längere Ruhezeiten garantieren wird (und welcher Tarifvertrag auf der Strecke gelten wird). Hans-Jürgen Hauschild, Vorsitzender des Netinera-Konzernbetriebsrates, moniert, dass es keinen Bonus gab; der Metronom sei auf der Strecke immer mit sauberen Zügen gefahren, auch das Alkoholverbot habe der Metronom mit hohen Kosten durchgesetzt. Zudem habe die Metronom-Gesellschaft zusätzliche Leistungen, wie das Servicebüro in Stade, selbst finanziert.

Nach Aussage der LNVG sei es bei der Ausschreibung allein um das Preis-Leistungsverhältnis auf der Grundlage der bestehenden Qualität gegangen. Einen Bonus für zusätzliche Leistungen dürfe es nicht geben, sagt die LNVG.

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