Millionen-Projekt in Lamstedt: Bei diesem Kraftakt packt die Bevölkerung mit an
LAMSTEDT. Noch steht sie - die "Ohle Dörpschool" in Lamstedt. Doch nicht mehr lange: 1,2 Millionen Euro werden in den Ersatzbau des maroden Dorfgemeinschaftshauses in Lamstedt-Nindorf investiert. Und ein großen Teil dieser Summe übernimmt die Dorfgemeinschaft - in Form von Eigenleistung. Anpacken für ein Gemeinschaftsprojekt ...
Jetzt ist auch formal alles unter Dach und Fach. Die Erleichterung war den Repräsentanten von Vereinen und Organisationen in Nindorf deutlich anzumerken, als sie in dieser Woche von Kreis-Dezernentin Babette Bammann, Lienhard Varoga (Amt für regionale Landesentwicklung) und dem Lamstedter Bürgermeister Manfred Knust darüber informiert wurden, dass der Startschuss erfolgen kann. Bis zu 500 000 Euro werden aus dem "ZILE"-Förderprogramm der EU in das Projekt fließen. Das teilte Varoga bei einem Treffen in der "Ohlen Dörpschool" mit.
Die Baugenehmigung hatte Ende September bereits der Landkreis Cuxhaven erteilt und damit den Weg geebnet, um das Projekt umzusetzen, das jedoch teurer als geplant wird.
Zu Beginn ging es eigentlich "nur" um 800 000 Euro, dann standen Anfang vergangenen Jahres 980 000 Euro im Raum, inzwischen ist von knapp 1,18 Millionen Euro die Rede. Einer der Hauptgründe sind die in der Zwischenzeit extrem gestiegenen Baupreise.
Doch der Gemeinderat legt finanziell nach und die Dorfgemeinschaft packt an. Denn: Rund 200 000 Euro sind als sogenannte "Eigenleistung" der Bevölkerung Bestandteil der Planung, für die bei der Samtgemeinde Börde Lamstedt Bernd Steffens zuständig ist.
"Das ist klasse"
Bevor mit dem Neubau begonnen werden kann, wird das alte Gebäude, das direkt mit einem Wohnhaus verbunden ist, abgerissen. Auch daran sind neben professionellen Firmen Bürgerinnen und Bürger beteiligt, die unter anderem das Dach abdecken und Fenster ausbauen. "Wir kriegen das hin", hieß es bei dem Treffen in dieser Woche selbstbewusst aus den Reihen der Vereinsvertreter. Schließlich sei das neue Dorfzentrum der Dreh- und Angelpunkt für Nindorf: Ob Gesangsverein, Theatergruppe oder DRK: Sie und andere Organisationen warten nach dem Aus für die Gastwirtschaft Tiedemann auf eine moderne Mehrzweckanlage.
Bürgermeister Manfred Knust sieht in der Investition auch ein Signal gerade für junge Familien, in Nindorf zu bleiben oder sich dort anzusiedeln.
Dezernentin Babette Bammann sieht aber auch ein Bekenntnis für den ländlichen Raum: "Es bringen sich so viele Bürgerinnen und Bürger ein. Das ist klasse."