Die "Ohle Dörpschool" im Lamstedter Ortsteil Nindorf wird abgerissen und weicht einem Neubau, der den Einwohnerinnen und Einwohnern künftig als Dorfgemeinschaftshaus dienen soll. Foto: Archiv
Die "Ohle Dörpschool" im Lamstedter Ortsteil Nindorf wird abgerissen und weicht einem Neubau, der den Einwohnerinnen und Einwohnern künftig als Dorfgemeinschaftshaus dienen soll. Foto: Archiv
Finanzierung steht

Millionenprojekt in Lamstedt: Bau des Dorfzentrums ist gesichert

von Ulrich Rohde | 18.05.2021

LAMSTEDT-NINDORF. Im kleinen Bördedorf Nindorf tut sich etwas Großes. Die lebendige Dorfgemeinschaft soll endlich das bekommen, was sie sich schon lange wünscht: Ein neues Dorfgemeinschaftshaus.

Schon im September 2019 hatte der Lamstedter Gemeinderat, Nindorf ist Ortsteil, einen Beschluss über den Neubau gefasst, allerdings noch mit Finanzierungsvorbehalt. Doch jetzt steht die Finanzierung.

In der vorigen Woche kam die Zusage durch Lienhard Varoga vom Bremerhavener Teilreferat des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg. Danach werden 500.000 Euro der veranschlagten Baukosten von etwa einer Million Euro über das Förderprogramm "ZILE - Basisdienstleistungen" gedeckt. "Wir haben damit eine sichere Finanzierung", bestätigt Börde-Samtgemeindebürgermeister Holger Meyer. Die Einwerbung der Fördergelder sei damit erfolgreich gewesen.

Budget wird aufgestockt

Der Lamstedter Gemeinderat hatte in seinen letzten Nachtragshaushalt bereits 800.000 Euro mit Verpflichtungsermächtigung für das Vorhaben eingestellt. Im neuen Haushalt soll das Budget auf etwa eine Million Euro aufgestockt werden. Die Förderzusage des Landesamts für regionale Landesentwicklung gilt vorläufig zunächst bis Ende 2022.

Noch in diesem Jahr soll das Projekt starten. Beginnen wird es mit dem Abriss der "Ohlen Dörpschool". Das alte Dorfgemeinschaftshaus ist marode und kann seinem Zweck längst nicht mehr gerecht werden. Etwas versetzt zum Nachbargrundstück soll dann die neue Dorfgemeinschaftsanlage für das 500-Einwohner-Dorf entstehen.

Vereinsleben leidet

Anfang 2018 wurde der Betrieb im traditionsreichen Gasthaus Tiedemann aufgegeben. Versuche, diesen Dreh- und Angelpunkt für das Dorfleben wiederzubeleben, blieben erfolglos. Seither litt das Vereinsleben unter dem Fehlen eines zentralen Treffpunktes merklich. Auch wenn derzeit die Corona-Pandemie die Zusammenkünfte von Vereinen, Familienfeiern und ähnliche Veranstaltungen noch nicht wieder ermöglicht, wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem das Vereinsleben in Nindorf wieder im gewohnten Umfang aufgenommen wird.

Für Nindorf ist die gesicherte Finanzierung des Dorfgemeinschaftshauses geradezu ein Geschenk, vermutlich die größte öffentliche Investition, die das Dorf jemals erlebt hat. Eine Voraussetzung für den Bau des neuen Dorfgemeinschaftshauses dürfte allerdings das Engagement der Dorfgemeinschaft selbst sein. Es wird erwartet, dass die Vereine, die später die Anlage nutzen werden, ein gewisses Maß an Eigenleistungen einbringen, um zur Entlastung des Kostenanteils der Gemeinde beizutragen. Art und Umfang der Eigenleistungen sollen vertraglich festgelegt werden. Ein grundsätzliches Einvernehmen darüber zwischen Vereinen und Gemeinde gibt es bereits. Unklar ist noch, welche Gewerke die Vereine übernehmen.

50 Jahre Schützenverein

Für den Schützenverein Nindorf gibt es in diesem Jahr gleich dreifach Grund zur Freude. Denn der Verein feiert zum einen sein 50-jähriges Bestehen, allerdings getrübt dadurch, dass Jubiläumsveranstaltungen vorerst noch nicht stattfinden können. Zum anderen erhält er seinerseits Fördermittel aus dem Leader-Programm zur Sanierung seines Schießstandes. Und zum dritten können die Zusammenkünfte der Nindorfer Schützen in nicht mehr allzu ferner Zukunft in einem schmucken neuen Dorfgemeinschaftshaus stattfinden.

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Redaktionsleiter
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