Verschlickung des Watts

Ministerium sieht Leitdamm als Ursache an

06.09.2016

CUXHAVEN. Niedersachsens Umweltministerium rechnet nicht mit Auswirkungen der Verklappung belasteten Hamburger Hafenschlicks vor Helgoland für das Cuxhavener Watt.

Wie berichtet, geht das Ministerium davon aus, dass der Bau des Leitdamms zur Kugelbake zu einer Erhöhung des Watts und zunehmender Verschlickung des Sandwatts geführt hat.

Eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag zur Verklappung des Baggerguts aus dem Hamburger Hafen beantwortete Minister Stefan Wenzel (Grüne) bereits im März. Hamburg verklappt bereits seit 2005 Millionen Kubikmeter Baggergut an der Tonne „E3“ in der Nordsee zwischen den Inseln Helgoland und Scharhörn. Im Sommer vorigen Jahres war es zudem zu massiven Verschlickungen von Teilen des Hamburger Hafens gekommen.

In diesem Februar kamen dann Hamburg und Schleswig-Holstein überein, das Baggergut für weitere fünf Jahre in das Schlickfallgebiet vor Helgoland zu verbringen. Hamburg zahlt dafür pro Kubikmeter 2,50 Euro, die der Stiftung Nationalpark in Schleswig-Holstein zugutekommen sollen.

Die verstärkte Sedimentation im Hamburger Hafen sei Beobachtungen zufolge auf die letzte Elbvertiefung von 1999 zurückzuführen, so das Umweltministerium. Die Unterhaltung im Hafen habe sich zunehmend zu einer kostspieligen Kreislaufbaggerung entwickelt. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, richtete Hamburg mit Unterstützung Schleswig-Holsteins und Niedersachsens den sogenannten „Tideelbe-Dialog“ ein.

Langzeituntersuchung

Vor acht Jahren hatte Cuxhaven darauf hingewiesen, dass sich das Wattgebiet erheblich verschlechtert hat. Die Forschungsstelle Küste fand heraus, dass sich das Watt erhöht hat und die Sedimentstärke ungewöhnlich stark ist. Die Ursache für die Verschlickung war da noch unklar und sollte durch eine Langzeituntersuchung geklärt werden. Die Kommunalpolitik in Cuxhaven befürchtete damals negative Auswirkungen. Von Imageschäden für die Stadt, wirtschaftlichen Einbrüchen beim Kurbetrieb und Arbeitsplatzverlusten im Bereich des Fremdenverkehrs war die Rede.

Die Landesregierung ließ daraufhin die Auswirkungen der Baggergutverklappungen in diesem Gebiet auf die niedersächsischen Küstenbereiche, speziell das Duhner Watt, untersuchen. Ergebnis der Untersuchung: Ursache für das in den vergangenen Jahren stellenweise aufgetretene Schlickwatt – anstelle von Sandwatt – im Bereich Duhnen ist der sogenannte Leitdamm, der ab 1935 an der Kugelbake errichtet wurde.

Ergänzende biologische Untersuchungen des Alfred-Wegner-Instituts Bremerhaven („genetische Fingerprints“) hätten außerdem ergeben, dass kein Zusammenhang zwischen der Sedimentverklappung in der Elbe und dem Schlick im Duhner Watt hergeleitet werden könne. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden der Stadt Cuxhaven in einem Fachgespräch am 21. Mai 2015 durch das Umweltministerium im Beisein von Ratsvertretern vorgestellt.

Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse stimmte Niedersachsens Landesregierung den Empfehlungen des „Dialogforums Tideelbe“ schließlich zu. Denn es bestünden somit keine Bedenken mehr gegen eine Fortsetzung der Verklappung von Baggergut im Bereich des Schlickfallgebietes im schleswig-holsteinischen Küstenmeer. Die niedersächsische Landesregierung teilt damit die Einschätzung des grünen Umweltministers Schleswig-Holsteins, Robert Habeck, dass die Verklappungsstelle an der Tonne „E3“ die „am wenigsten bedenkliche ökologische Variante“ darstelle. Sie hat zudem an dieser Einschätzung auch selbst mitgewirkt.

Keine Einwände erhoben

Die Landesregierung wurde im Zuge des Genehmigungsverfahrens für die Verklappung des Schlicks beteiligt. Vor dem Hintergrund der vorliegenden Erkenntnisse erhob sie dagegen keine Einwände. Um mögliche Auswirkungen auf den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und die touristisch genutzten Gebiete im niedersächsischen Küstenmeer auszuschließen, forderte die Landesregierung gleichwohl, das Monitoring sowohl im Verklappungsgebiet als auch im Bereich der niedersächsischen Küste unvermindert fortzusetzen, „um im Fall erkennbarer Auswirkungen auf Schutzgüter eine sofortige Einstellung der Verklappung“ zu erreichen. (ur/red)

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