Archäologie:

Mittelalterliche Burgruine entdeckt

06.06.2014

KREIS CUXHAVEN. Eine solche Entdeckung kommt bei der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Cuxhaven auch nicht jeden Tag vor: Am Rande der Ortschaft Stotel im südlichen Kreisgebiet liegt eine mittelalterliche Burg, deren Reste als Bodendenkmal erhalten sind. Findlinge mit Mörtelresten, die bei Bodenarbeiten 2006 am alten Lauf der Lune ans Tageslicht befördert wurden, waren Anlass für die Archäologische Denkmalpflege, Ausgrabungen durchzuführen.

Dabei wurden seit dem Sommer 2013 zunächst Reste einer nahezu kreisrunden Mauer freigelegt, die einen äußeren Durchmesser von rund 36 Metern besitzt. Die aus Feldsteinen erbaute Mauer weist an ihrer Basis eine Stärke von 1,60 Metern auf und ist noch bis zu einer Höhe von etwa 1,70 Meter Höhe erhalten. Es handelt sich hierbei zweifellos um eine zweite Burg bei Stotel – das Gegenstück ist bereits seit längerer Zeit bekannt.

Im Süden der jetzt entdeckten Anlage wurden im Februar die Fundamente eines 7,65 m breiten Torbaues ausgegraben, der Durchgangsbreiten von 2,35 Metern (außen) und 1,90 Metern (innen) besitzt.

„Ganz ungewöhnlich“

Hochmittelalterliche Burgen oder deren Reste sind im gesamten Landkreis Cuxhaven bekannt. Sie sind aber – im Gegensatz zur neu entdeckten Burg bei Stotel – einfache Holz- bzw. Holz-Erde-Konstruktionen und gleichen damit anderen Burgen im gesamten norddeutschen Flachland.

Kreisrunde, gemauerte Burgen des hohen und späten Mittelalters sind demgegenüber aus den Niederlanden bekannt. „Beispielhaft sind die Bauten von Teylingen und Leiden in der Provinz Süd-Holland zu nennen“, so Kreisarchäologe Dr. Matthias Schön. „Ganz ungewöhnlich“ sei das Nebeneinander der zwei Burgen bei Stotel, die nur rund 350 Meter entfernt liegen.

In den kommenden Monaten wird die Archäologische Denkmalpflege versuchen, das zeitliche Verhältnis der beiden Anlagen zueinander zu klären. Bislang reicht der Bestand an Funden noch nicht aus, um das genaue Alter der steinernen Burg festzulegen. Vor wenigen Tagen freigelegte Bauhölzer lassen aber eine exakte Datierung mithilfe der sogenannten Dendrochronologie erwarten.

Nach der urkundlichen Überlieferung sollen die Stedinger – die einheimischen Bauern – 1214 die Burg der Grafen von Stotel zerstört haben. Schön: „Diese Nachricht wird sich aber kaum auf die jetzt ausgegrabene Burg beziehen. Es fanden sich nämlich bis jetzt keine Brand- oder Schuttschichten, die dann zu erwarten wären. Es hat vielmehr den Anschein, dass diese Burg planmäßig abgebaut und die Steine abtransportiert worden sind. Dies könnte die Erklärung dafür sein, dass die jetzt entdeckte Burg in keiner historischen Karte vermerkt ist.“

Schön dankte bei der Präsentation der Ausgrabungsergebnisse ausdrücklich dem Grundeigentümer Ludolf Bode, der 2006 die ersten Steinfunde meldete und die aktuelle Grabung „großzügig fördert“.

Ob und in welcher Form die Burg-Ruine langfristig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, steht noch nicht fest.

(red)

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