cew. - Nach mehr als vier Jahrzehnten endete gestern die Ära des Marinemunitionsdepots 6 in Oxstedt. Im Rahmen eines feierlichen militärischen Appells, an dem zahlreiche Gäste teilnahmen, wurde symbolisch die Flagge der Dienststelle niedergeholt. Damit ist der STAN-Auftrag des Depots beendet, das mehr als 40 Jahre lag die Lagerung, Wartung und Instandsetzung von Artillerie-, U-Jagd- und Fliegerwaffenmunition betrieb.
Unter den vielen Gästen konnte Depot-Dienststellenleiter Kapitänleutnant Klaus Denzer auch Bürgermeister Albrecht Harten, Ortsbürgermeister Werner Demuth, den Kommodore des Marinefliegergeschwaders 3, Fregattenkapitän Rainer Kümpel sowie StOV-Chef Regierungsoberamtsrat Hans-Ulbrich Habeck begrüßen. Dabei waren auch der Kommandant des Munitions-Depots Zetel, Fregattenkapitän Frank Wolter, und der Kommandeur des Versorgungs- und Ausbildungszentrums 163, Oberst Karl-Heinz Meixner.
42 Jahre lang hat die Bundeswehrdienststelle in Oxstedt für ein Munitionsdepot typisch "in aller Ruhe, mit Präzision und ohne großen Knall" weitgehend von der Altenwalder Bevölkerung unbemerkt den dienstlichen Auftrag der Versorgung des Marinefliegergeschwaders, der Schiffs- und Landeinheiten der Marine mit Munition erfüllt. Dies ist den Bediensteten mehrfach von Amts- und Flottenchefs und auch von Inspekteuren der Marine bestätigt worden.
Doch der tiefgreifende Wandel in der Bundeswehr hat auch vor den logistischen Einrichtungen keinen Halt gemacht. Ende November 2003 wurde das Konzept zur Neuordnung der Bundeswehr-Logistik durch den Bundesminister der Verteidigung erlassen. Dabei blieb das Depot in Oxstedt auf der Strecke. Offiziell aufgelöst wird es bis zum 31. Dezember dieses Jahres.
Zur Geschichte: Errichtet ist das Munitionsdepot auf dem Gelände des früheren Sperrwaffenarsenals Cuxhaven. 1960 war Baubeginn für den Lagerbereich: 25 Stradleys und sieben Munitionslagerhäuser mit jeweils 50 Quadratmetern wurden errichtet. Außerdem entstanden ein provisorisches Munitionsinstandsetzungs-Haus, die Kfz-Werkstatt, Verwaltungsgebäude, Speisesaal und Depotwerkstatt. Mitte der 70er Jahre kamen dann Neubauten wie der Verwaltungsbereich, ein KK-Schießstand und Freizeiteinrichtungen hinzu.
Truppenbesuche des Inspekteurs der Marine, Herbsttagungen der Kommandeure, Besuche der thailändischen Marine inklusive Admiralität waren ebensolche Highlights wie die Munitionsumschläge mit den Amerikanern und Truppenbesuche durch den Kommandeur des damaligen Marineunterstützungskommandos, Admiral Hallier.
Zur Auflösung bis zum Ende dieses Jahres: Der Kommandant des Munitionsdepots Zetel, Fregattenkapitän Wolter, weiß, dass einige wenige Personalentscheidungen noch nicht ganz zufrieden stellend abgeschlossen sind und weiterer Anstrengungen bedürfen: "Aber auch hier werden sicherlich noch erträgliche Lösungen gefunden."
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