Das neue Fassadenkunstwerk von Esther Stocker an der Frontseite des Museums gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf ist rechtzeitig zur Eröffnung der Ausstellung fertig geworden. Foto: Schröder
Gesellschaft

Museum in Otterndorf erregt Aufsehen

von Ulrich Rohde | 17.09.2018

OTTERNDORF. Mehr als eine Ausstellungseröffnung war das, was am Sonnabend im Museum gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf vor sich ging.

Die Präsentation des Kunstwerks von Esther Stocker an der Museumsfassade, aber auch ihre Ausstellung im Inneren des Gebäudes traf auf großes Interesse des Publikums.

"Jetzt ist alles gut", meinte Landrat Kai-Uwe Bielefeld zur Begrüßung und spielte damit auf die monatelangen Auseinandersetzungen um die Genehmigung des Kunstwerks im öffentlichen Raum an, die rechtlicher aber auch politischer Natur waren. "Otterndorf ist ein guter Ort für das Projekt", so Bielefeld. "Es war eine gute Entscheidung für die Kunst- und Kulturfreiheit. Man kann sich daran reiben, aber die Stadt hält das aus."

Zeitgenössische Kunst könne, ja müsse verunsichern, sagte Museumsleiterin Dr. Ulrike Schick. Sie trage dazu bei, dass das Sehen zum Denk- und Lernprozess werde, und auch dazu, den eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Die in den Ausstellungsräumen gezeigten Arbeiten schlügen eine Brücke zur Außenwelt mit der neuen Museumsfassade. Dr. Schick dankte Esther Stocker für die Chance zur Neuverortung des Museums.

Die Arbeit Esther Stockers unterliege einem strengen Prinzipienkanon, erläuterte der Berliner Galerist Matthias Seidel in seiner Einführung. Es gehe um Ordnung, Störung und schließlich Auflösung der Ordnung. Als Malerin, die zugunsten des maximalen Kontrasts auf Farbe verzichte, gehe Stocker in den dreidimensionalen Raum und schaffe Muster und Strukturen, die durch einfache visuelle Wahrnehmung nicht zu erfassen seien, weil ihnen keine Formel zugrunde liege. So wirke auch die neue Museumsfassade auf die Umgebung, lege sich über vorhandene Strukturen, schaffe neue Bezüge, etwa wenn die Fenster des Museums sich zu geometrischen Objekten innerhalb des Kunstwerks wandelten. Störung und Brechung des Gegebenen, das sei das Grundprinzip.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Ulrich Rohde
Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

rohde@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Energiewende

Kreis Cuxhaven: Neuer Wind- und Solarpark in der Oste-Niederung geplant

von Wiebke Kramp

KREIS CUXHAVEN. Der forcierte Ausbau der Erneuerbaren Energien erzeugt so etwas wie Goldgräberstimmung. Planer für Wind und Solarparks schließen schon Pachtvorverträge ab, um sich Flächen zu sichern - auch in der Oste-Niederung.

Feuerwehreinsatz 

Anwohnerin in der Wingst nimmt Gasgeruch wahr - und sorgt für Großeinsatz

von Redaktion

WINGST. Für einen Großeinsatz der Feuerwehren Wingst, Cadenberge und Neuhaus sorgte eine Frau, die in ihrer Wohnung einen Gasgeruch wahrnahm. 

Wannaer wünschen sich mehr

Freizeit, Sport und Aktivitäten in Wanna: Was die Gemeinde bietet - und was nicht

von Vanessa Grell

WANNA. Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen: Wannas Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr und vielfältigere Angebote. Aber was macht die Gemeinde schon - und was ist geplant?

Blaulicht

Dramatischer Rettungseinsatz in Hechthausen: Pferd steckt in Schlammgraben fest

KREIS CUXHAVEN. Bei einem tierischen Rettungseinsatz ist am Montag ein Pferd aus größter Not aus einem Graben in Hechthausen gerettet worden.