Nach Einzug in Neubau: Lebenshilfe Cuxhaven feiert mit Gästen
CUXHAVEN. Die Lebenshilfe hat einen Neubau in Cuxhaven mit großzügigen Räumen bezogen. Am Wochenende wurde der Einzug gefeiert.
"Wir haben es geschafft!" Für die Lebenshilfe war es ein großer Tag. Im Beisein zahlreicher Mitarbeiter, Unterstützer und Gäste feierte der Cuxhavener Verein am Sonnabend den Einzug in sein neues Gebäude im Herzen der Stadt mit einem Empfang und einen kleinen Weihnachtsmarkt.
Das Sieben-Millionen-Euro-Projekt umfasst neben großzügigen Produktionsräumen für die "Bookbinners" und einigen Funktionsräumen von etwa 1000 Quadratmetern im Erdgeschoss auch 21 barrierefreie Wohnungen mit insgesamt 1200 Quadratmeter Wohnfläche im Obergeschoss, die allerdings erst zum März bezugsfertig werden.
Architekturwettbewerb gewonnen
Der Kauf des unmittelbar an das Kulturbistro (KuBi) angrenzende Grundstück der früheren Blumenhandlung Nachtigall bildete die Voraussetzung für den eindrucksvollen, aus zwei verbundenen Gebäudeteilen bestehenden Erweiterungsbau, der nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit nun weitgehend fertiggestellt ist. Für die gelungene Umsetzung bedankte sich Geschäftsführer Werner Ludwigs-Dalkner bei Stefan de Buhr und Ann Kathrin Tiller-Hein, die den Architekturwettbewerb gewonnen und das Projekt mit Engagement und Flexibilität trotz mancher Herausforderung zum Erfolg gebracht hätten.
Materialengpässe
Zuletzt fehlte es den ausführenden Baufirmen immer wieder an Material, vor allem an Holz, Dämmstoffen und Pflastersteinen, was der allgemeinen Baustoffknappheit geschuldet sei.
Silke Karallus überbrachte als neue Bürgermeisterin die Glückwünsche der Stadt. 60 Jahre bestehe das Arbeitsangebot der Lebenshilfe für beeinträchtigte Menschen und 40 Jahre die Werkstatt - ein Jubiläum, auf das der Verein, seine Mitarbeiter und Mitstreiter stolz sein könnten, sagte Karallus.
Der eigentlich am 4. Dezember geplante "Tag der offenen Tür" fällt den Corona-Bedingungen zum Opfer, soll aber nachgeholt werden, sobald sich die Lage entspannt hat.
Neubau als Vorzeigeprojekt
In Anbetracht steigender Mietpreise, einer alternden Gesellschaft und fehlender behindertengerechter Wohnungen in Cuxhaven, sei der Neubau ein Vorzeigeprojekt, mit dem es erstmals gelungen sei in größerem Umfang geeigneten und bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit Beeinträchtigungen zu schaffen. Daran bestehe ein eklatanter Mangel, so Ludwigs-Dalkner, der in den kommenden Jahren weiter steigen dürfte. Dabei stelle das Land über die N-Bank Fördermittel für den Bau von Sozialwohnungen zur Verfügung, die allerdings kaum abgerufen würden.
Mit vier Millionen Euro sei der Neubau von der N-Bank finanziert worden, dazu ein Kredit der Volksbank und Eigenmittel aus Rückstellungen der Lebenshilfe, rechnete Ludwigs-Dalkner vor. Alle Wohnungen, bis auf eine, seien bereits mit dem Ziel vergeben, ein lebendiges Miteinander zu versuchen zwischen jung und alt, beeinträchtigten und nichtbeeinträchtigten Menschen. Mit der Nachbarschaft zum KuBi und einem "Treffpunkt" biete sich mit dem Neubau auch die Chance für ein Quartierzentrum. Die zentrumsnahe Lage biete dafür die besten Voraussetzungen.