Natur pur: Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer feiert 30. Geburtstag
HAMBURG. Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer wird 30 Jahre alt. Die Hansestadt ist neben Wien die einzige europäische Großstadt mit einem Nationalpark in ihren Gebietsgrenzen.
Neben konsequentem Naturschutz geht und ging es immer auch um wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten für die Bewohner der Insel Neuwerk und die Förderung des einmaligen Naturerlebnisses für die pro Saison bis zu 100.000 Besucherinnen und Besucher. Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan: "Unser Nationalpark ist das Herzstück des Weltnaturerbes Wattenmeer. Er war von Anfang an das am konsequentesten geschützte Gebiet mit Fischerei- und Jagdverbot sowie weitreichenden Betretungsregeln. Belohnt wird diese Politik mit einem Vogelreichtum, der zwischen Esbjerg und Den Helder seinesgleichen sucht. Jüngstes Beispiel sind die rund 370 Paare brütender Eiderenten auf Scharhörn und Nigehörn. Rund hundert Kilometer vom Hamburger Rathaus taucht man in eine andere Welt ein. Großen Anteil an diesem einmaligen Naturerlebnis haben auch die Neuwerker, die dafür eine hervorragende Infrastruktur bieten. Damit können wir auch die großen Herausforderungen von Corona und Klimawandel bewältigen. Wichtig ist uns, die gute Entwicklung Neuwerks für die Bewohner mit dem Wunsch der Besucher nach einem einmaligen Naturerlebnis in Einklang zu bringen."
Naturschutzgebiet vergrößert
Nach seiner Gründung 1990 ging es Schlag auf Schlag: die erste Rangerin (damals noch eine große Ausnahme) begann 1994 mit ihrer Arbeit, 2001 wurde der Park auf 137,5 Quadratkilometer erweitert und von der Europäischen Union ins europäische Schutzgebietssystem "Natura 2000" eingegliedert. 2011 kam der bisherige Höhepunkt: Der Park erhielt von der Unesco den Weltnaturerbe-Status zuerkannt.
Die Renaturierung des Neuwerker Ostvorlands hat den Anteil der wilden Natur im Park nochmals um rund 60 Hektar vergrößert. Die frühere Schaf-, Pferd- und Rinderweide hat sich in eine blühende Salzwiese entwickelt, mit Halligflieder, Strandaster, Rotschenkel, Austernfischer und Brandseeschwalbe. Hauptmaßnahmen waren das Ende der Beweidung und der Wiederanschluss des dort verlaufenden Entwässerungspriels an die Gezeiten. Das Gebiet ist für Besucher durch einen Pfad erlebbar.
Die seeseitige Erweiterung des Parks um 20 Quadratkilometer brachte große Rastgebiete für Meeresenten und Seetaucher ins Gebiet.
Ein weiteres Standbein der Arbeit im Nationalpark ist die Besucherinformation. 2004 wurde das Nationalpark-Haus mit seiner Wattenmeer-Ausstellung eröffnet - besondere Attraktion ist das große Tide-Aquarium, das alle 80 Minuten durch Ein- und Ablassen von Meerwasser die Gezeiten nach empfindet. Ein extra Raum ist für Experimente mit Schulklassen und Seminare reserviert. 2008 startete das Programm "Junior-Ranger", an dem Insel- und Gästekinder gleichermaßen teilnehmen.
Tägliche Führungen
Pro Saison bietet der Nationalpark-Ranger gemeinsam mit Mitarbeitern des ehrenamtlichen Vereins Jordsand täglich Veranstaltungen und Führungen mit unterschiedlichen Themen an. Neuwerk ist die einzig dauerhaft bewohnte (um die 40 Personen schwankend), drei Quadratkilometer große Insel im Nationalpark, Sie wird zu einem Drittel durch einen Ringdeich vor Sturmfluten geschützt.
Google News
Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Hier CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinzufügen.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.