Projektleiter Andreas Kosch sorgt dafür, dass alles klappt wie am Schnürchen auf der Großbaustelle an der Hadelner Kanalschleuse. Foto: Mangels
Projektleiter Andreas Kosch sorgt dafür, dass alles klappt wie am Schnürchen auf der Großbaustelle an der Hadelner Kanalschleuse. Foto: Mangels
Herr der Baustelle

Neubau der Kanalschleuse in Otterndorf: "Läuft alles nach Plan"

von Christian Mangels | 28.05.2021

OTTERNDORF. Andreas Kosch hat den Überblick. Der 46-Jährige hält auf der Großbaustelle an der Hadelner Kanalschleuse alle Fäden in der Hand. Als Projektleiter sorgt er dafür, dass alles klappt wie am Schnürchen.

Sein großes Ziel ist die termingerechte Fertigstellung: Mitte April 2022 soll die größte Küstenschutzbaumaßnahme des Landes Niedersachsen abgeschlossen sein.

Viel Erfahrung

Verantwortlich für alles - eigentlich ein beängstigender Gedanke. Besonders bei einem so großen Projekt, bei dem alles Mögliche schiefgehen kann. Doch "eine gute Vorbereitung gibt Sicherheit", sagt Andreas Kosch. Er muss es wissen: Als Bauingenieur und Projektleiter beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat er schon manche Baustelle begleitet und beaufsichtigt. Zum Beispiel die Sanierung des Hase-Wehrs in Bersenbrück (Landkreis Osnabrück) oder den Umbau einer Wehranlage in Quakenbrück.

Schleuse ambitioniertestes Projekt

Aber im Vergleich mit dem 30-Millionen-Projekt in Otterndorf waren das zugegebenermaßen eher kleine Fische. Ganz klar: Der Neubau der Hadelner Kanalschleuse ist Koschs größtes, teuerstes und ambitioniertestes Projekt. "Aber schlafen kann ich trotzdem gut", sagt der Baustellenchef und lacht. "Und wissen Sie warum? Weil ich mich auf mein Team verlassen kann."

Homeoffice in Gnarrenburg

Zwei- bis dreimal in der Woche ist Andreas Kosch auf der Baustelle in Otterndorf, die übrigen Arbeitstage verbringt er in der NLWKN-Betriebsstelle in Stade oder im Homeoffice in seinem Heimatort Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg).

Mann für alles

Beim Schleusenneubau am Hadelner Kanal ist er quasi "Mädchen für alles". Er steuert und koordiniert, er leitet die Baubesprechungen und behält drohende Sturmfluten ebenso im Blick wie die nie verebbende E-Mail-Flut. Er ist Ansprechpartner für Baufirmen, Samtgemeinde, Deich- und Uferbauverband und Ministerium - ein Vermittlerjob, der sowohl viel Fingerspitzengefühl als auch klare Ansprachen erfordert. Gleichzeitig ist er als gelernter Maurer ein Mann der Praxis und hat einen guten Draht zu den Bauarbeitern. 20 bis 40 Menschen arbeiten - je nach Bauabschnitt - auf der Otterndorfer Baustelle.

Alles läuft nach Plan

Kosch achtet auf die Qualität der Materialien, passt auf, dass der Zeitplan eingehalten wird und die Kosten nicht den Rahmen sprengen. Sowohl zeitlich als auch finanziell laufe derzeit alles nach Plan, versichert der Gnarrenburger. "Aktuell liegen wir bei etwa fünf Prozent über den geplanten Kosten. Für so ein großes Projekt ist das ein Superwert", sagt Kosch.

Krisenmanagement Teil des Jobs

Zu seinen Aufgaben gehört nicht zuletzt das Krisenmanagement, wenn mal etwas nicht so läuft, wie geplant. So geschehen im Juli 2019, als ein 280-Tonnen-Kran umkippte und für einen Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro sorgte. "Das war sehr ärgerlich und sollte nicht passieren. Aber es kann passieren", meint Kosch. In so einer Situation gilt es, die Ruhe zu bewahren und die Baustelle wieder zum Laufen zu bringen, "die Schuldfrage kann dann später geklärt werden". Glücklicherweise seien bei dem Unfall keine Menschen zu Schaden gekommen.

Familie und Natur als Kraftquellen

Entspannen kann Andreas Kosch am besten daheim bei seiner Familie in Gnarrenburg. Der 46-Jährige ist verheiratet - seine Frau ist Geschäftsführerin eines Modehauses - und hat drei Söhne, 15, 13 und elf Jahre alt. Beim Fitnesstraining und beim Yoga kommt er zur Ruhe - das hat ihm gerade in der stressigen, nicht spannungsarmen Planungsphase für den Schleusenneubau geholfen. Die Natur ist für ihn ein weiterer Kraftquell. "Bei Holzfällerarbeiten im Wald blühe ich auf", sagt Andreas Kosch. Dazu passt auch sein ursprünglicher Berufswunsch: Förster.

Leidenschaften vereint

Beim NLWKN und auf der Otterndorfer Baustelle kann der Familienvater seine beiden Leidenschaften - Technik und Natur - miteinander verbinden. Andreas Kosch: "Wenn man frühmorgens am Deich steht und sieht eine Robbe auf die Baustelle zu schwimmen, dann ist das schon großartig."

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