Neue Mühlen kommen: Mehr Power für den Windpark Osterbruch
OSTERBRUCH. Die Windkraftanlagen im Windpark Osterbruch sind in die Jahre gekommen und sollen 2023 erneuert werden.
Größer, schneller, besser: Der Osterbrucher Windpark soll in Kürze neue Mühlen bekommen. Repowering ist der Fachbegriff dafür - alte Anlagen werden abgebaut und durch leistungsstärkere ersetzt. Politik und Bevölkerung stehen hinter dem Projekt. Einige träumen bereits vom energieautarken Dorf.
"Endlich geht es los". Dem Geschäftsführer der Windpark Osterbruch GmbH, Thorsten Steffens, ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Schon seit sieben Jahren planen Steffens und seine Mitstreiter das Repowering, also den Austausch der alten Windenergieanlagen gegen modernere. Viele Hürden mussten genommen werden, bis die Baugenehmigung endlich erteilt wurde. Jetzt sind alle Rahmenbedingungen abgesteckt und erfüllt. Steffens hebt in diesem Zusammenhang die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Landkreis Cuxhaven und das Engagement des Bürgermeisters Peter von Spreckelsen hervor.
Erste sichtbare Zeichen für das Repowering-Projekt sind die Bagger und Baufahrzeuge, die seit Anfang Juni die Infrastruktur für die Umrüstung des Osterbrucher Windparks vorbereiten - Fundamente, Kranstellflächen, Wege. Im Januar 2023 soll der Abbau der alten Windkraftanlagen starten. Sobald das erledigt ist, kommen die neuen Mühlen des Windkraftanlagen-Herstellers Enercon. "Im Juli 2023 soll die letzte neue Anlage stehen", sagt Thorsten Steffens, der hofft, dass es zu keinen Verzögerungen kommen wird.
Höhe von 140 Metern
Von den vorhandenen elf Windenergieanlagen des Typs AN-Bonus - sie sind rund 100 Meter hoch - sollen acht Mühlen abgebaut werden, drei bleiben stehen. Die fünf Anlagen des Typs Enercon E-82, die neu aufgestellt werden, haben eine Höhe von 140 Metern und sollen mit einer "bedarfsgerechten Befeuerung" ausgestattet werden. Das bedeutet, dass die roten Blinklichter der Windräder nur dann leuchten, wenn sich ein Flugzeug nähert. Ansonsten bleiben sie dunkel.
Wenn alles wie geplant läuft, könnte der erneuerte Windpark seinen Jahresertrag verdoppeln - von jetzt 13 Millionen Kilowattstunden auf dann 26 Millionen Kilowattstunden. Insgesamt werden in die Erneuerung des Windparks rund 15 Millionen Euro investiert. "Das ist natürlich nicht mal eben aus dem Ärmel geschüttelt", räumt Steffens ein.
Und was passiert mit den alten Anlagen? "Die werden nicht verschrottet, sondern als Ersatzteile weitergenutzt oder ins Ausland verkauft", informiert der Windpark-Geschäftsführer.
Lärmintensive Arbeiten
Ganz ohne Geräuschkulisse lässt sich der Aufbau der Neuanlagen übrigens nicht bewerkstelligen. Wenn die Pfähle gesetzt und gerammt werden, kann es zu Belästigungen kommen. Diese lärmintensiven Arbeiten werden aber nur tagsüber ausgeführt, so Steffens.
Bevölkerung und Politik in Osterbruch stehen hinter dem Repowering. "Bei mir sind jedenfalls noch keine kritischen Stimmen angekommen", sagt Thorsten Steffens. Und weil es neben der Windenergie auch Pläne für einen Solarpark im Ort gibt, träumen einige Bewohner schon von einem energieautarken Dorf, also der Unabhängigkeit von Fremdenergie.
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