Neues Internetportal: Die Not macht Konkurrenz erst einmal vergessen
Ein Internetportal für die Stadt und den Landkreis. Eigentlich ein längst überfälliges Projekt in Zeiten der weltweiten Vernetzung.
Denn es dient beiden Seiten, Bürgern und Geschäftsleuten miteinander in Verbindung zu treten, digital, aber dann auch ganz real, wenn es ums Kaufen und Verkaufen geht. Für manches Geschäft mit Bringe-Service und Außer-Haus-Verkauf könnte das in Zeiten von Corona sogar das Überleben sichern.
Doch das Thema hat mindestens zwei Seiten. Denn eine solche Internetseite kann noch viel mehr. Bei entsprechender Akzeptanz wird sie zum Schlüsselwerkzeug für die lokale Wirtschaft und das gesellschaftliche Miteinander werden nach dem Motto: Wer gesehen und gehört werden will, muss hier Flagge zeigen. Cuxhaven und das Cuxland können ihr Angebot aus allen Bereichen, vom Einzelhandel über Vereine und Hilfsorganisationen, Kunst und Kultur bis hin zum Tourismus auf einer Plattform präsentieren. Konkurrenzdenken hat dies bislang immer verhindert. Eine Chance also dank Corona? Im Prinzip ja. Sie birgt aber auch die Gefahr, zu dominieren, wenn die Seite erst einen großen Nutzungsgrad erreicht hat. Außerdem ist die Idee nicht so neu, wie ihre Initiatoren behaupten. Schließlich ist die Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft schon vor etlichen Wochen mit ihrer Seite "Cuxland hält zusammen" an den Start gegangen. Ein ganz ähnliches Produkt, an dem sich ebenfalls jeder Anbieter kostenfrei beteiligen kann. Deshalb muss es erlaubt sein, zu fragen, warum sich Stadt und Landkreis über die Agentur für Wirtschaftsförderung nun hinter das Projekt aus dem Hause Strodthoff stellen. Und welche Legitimation es dafür gibt. Eine politische Diskussion darüber hat es jedenfalls im Vorfeld nicht gegeben. Damit will ich den Verdienst nicht kleinreden. Das neue Portal ist eine schlüssige Antwort auf die aktuelle Krise. Interessant dürfte es aber dann werden, wenn die Wirtschaft wieder in Gang kommt und wenn die Politik nachträglich die Frage nach der langfristigen Finanzierung beantworten muss. Spätestens dann wird man sich im Rat- und Kreishaus an die knappen Kassen und die Regeln der privaten Marktwirtschaft erinnern: Wer die Musik macht, bestimmt auch ihren Preis.
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