Nationalpark Wattenmeer

Nordsee: Institut erforscht Mikroplastik im Meer

21.09.2017

HELGOLAND. Wissenschaftler wollen unter Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts herausfinden wie Mikroplastik ins Meer gelangt. (red)

Weltweit steigt die Verschmutzung von Meeren, Flüssen und Seen durch Plastikmüll. Ein neues Projekt, das die Universität Bayreuth und das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), gemeinsam koordinieren, geht das Problem aus einer ganzheitlichen Forschungsperspektive an.

In der Modellregion Weser/Nationalpark Wattenmeer wollen die Wissenschaftler durch empirische und modellgestützte Analysen herausfinden, wie kleinste Plastikteilchen (Mikroplastik) vom Festland bis ins Meer gelangen, welche Eintrags- und Transportwege in welchem Umfang daran beteiligt sind und welche Risiken die dadurch verursachte Kontamination unterschiedlicher Ökosysteme mit sich bringt.

Es werden dabei verschiedenste Herkünfte von Mikroplastik untersucht, unter anderem auch Kläranlagen und Einträge durch die Luft. Die Ergebnisse sollen in Handlungsempfehlungen für Politik, Industrie und Zivilgesellschaft, in Maßnahmen des Natur- und Gesundheitsschutzes, aber auch in neue Konzepte der Umweltbildung einfließen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit rund 2,9 Millionen Euro.

„Mikroplastikkontamination im Modellsystem Weser - Nationalpark Wattenmeer: ein ökosystemübergreifender Ansatz“ – kurz: „PLAWES“ – ist der Name des Forschungsverbunds. Neben der Universität Bayreuth und dem AWI Helgoland sind auch die Goethe Universität Frankfurt und die Universität Oldenburg, das Forschungszentrum Jülich, das Thünen-Institut in Braunschweig sowie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf Norderney in das Projekt eingebunden. Prof. Dr. Christian Laforsch von der Universität Bayreuth koordiniert das Vorhaben: „Bisherige Mikroplastik-Studien liefern nur Momentaufnahmen, und sowohl die Methoden als auch die Ergebnisse sind kaum vergleichbar. Mit unserer Herangehensweise wollen wir dazu beitragen, Wissenslücken zu schließen.“

„Wir wissen zu wenig darüber, welche Rolle Wind und Wetter, Bodenerosion, Abwassersysteme und Kläranlagen bei der Entstehung und Verbreitung von Mikroplastik spielen. Ebenso benötigen wir Daten, die ein Bild von der Akkumulation der Plastikteilchen in Ökosystemen vermitteln, und auch die Wechselwirkungen zwischen Plastikeinträgen in der Umwelt und tierischen Organismen wollen wir nachverfolgen“, so Dr. Gunnar Gerdts vom AWI auf Helgoland.

Für alle Untersuchungen bietet die Region Weser / Wattenmeer nach Ansicht der Wissenschaftler optimale Voraussetzungen: Sie umfasst städtisch geprägte und landwirtschaftlich genutzte Regionen, sodass die Plastikeinträge in die Umwelt unabhängig voneinander bilanziert und verglichen werden können. Zudem befindet sich das Mündungsgebiet der Weser im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Risiken für den Menschen

Letztlich geht es auch um die Abwendung gesundheitlicher Risiken für Menschen. So ist ein Teilbereich der Frage gewidmet, ob die Ausbreitung pathogener Mikroorganismen und die Entstehung von Antibiotikaresistenzen durch Mikroplastik in der Umwelt gefördert wird. Im Hinblick auf das Problem, dass Mikroplastik auch in die Nahrungsketten gelangen kann, werden Kleintiere in Süßgewässern und in der Nordsee auf mögliche schädliche Effekte untersucht.(red)

Lesen Sie auch...
Blaulicht

+ + Aus dem Polizeibericht + +

06.11.2018

Einen berauschten Autofahrer zogen Polizeibeamte am Sonntagnachmittag in der Raiffeisenstraße in Bad Bederkesa aus dem Verkehr.

In Otterndorf

Treffen der Kreisgemeinschaft Labiau/Ostpreußen

10.09.2018

OTTERNDORF. Mit einer Gedenkfeier am Labiauer Stein begann der zweite Tag des Treffens der Kreisgemeinschaft Labiau/Ostpreußen am Sonnabend in der Medemstadt. (sm)

Politik

Cuxland-CDU-Abgeordnete Weritz und Fühner im Interview

09.09.2018

KREIS CUXHAVEN. Erst seit einem knappen Jahr gehören sie dem niedersächsischen Landtag in Hannover an. Von Egbert Schröder

Jahresversammlung

25 Jahre Voß-Gesellschaft: Treffen in Otterndorf

09.09.2018

OTTERNDORF. Vor 25 Jahren wurde die Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft in Eutin gegründet. (red)