Sachspenden weitergegeben 

Notunterkunft in der Altenwalder Kaserne Geschichte

28.07.2017

ALTENWALDE. Anfang Juli hat das DRK die letzte Halle der Notunterkunft in der Altenwalder Kaserne der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Von Maren Reese-Winne 

Die frühere Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne kann wieder – bestenfalls – in den Dornröschenschlaf versinken; Zukunftspläne sind nicht bekannt. Damit ist die Notunterkunft (Nuk) endgültig Geschichte.

Am Schluss musste noch eine Weiterverwendung für die verbliebenen Sachspenden und die Skate-Anlage, die dank eines Spendenlaufs der Lichtenberg-Schüler entstanden war, gefunden werden. Haarklein hat Bernward Kaltegärtner, Ehrenamtskoordinator des DRK Cuxhaven-Hadeln, festgehalten, wo jedes einzelne Skateboard und jede Kiste Kaffeebecher geblieben sind. Für ihn selbstverständlich: „Wir haben immer größten Wert auf Transparenz gelegt.“

Am 18. Juni transportierten Ehrenamtliche des THW Cuxhaven die Skateanlage aus der Nuk in die Stadtgärtnerei. Die vom Rotary-Club Cuxhaven gespendeten zehn Skateboards samt Sicherheitsausrüstung gingen ans Lichtenberg-Gymnasium.

Bei einem Abstimmungsgespräch haben sich alle, die am Skatepark beteiligt waren, über die weitere Verwendung geeinigt. Besonders wichtig war Bernward Kaltegärtner, dabei auch den Jugendbeirat einzubeziehen. Geplant ist, die Rampen neben dem neuen Bürgerbahnhof zu installieren und vorher möglichst in der Hermann-Allmers-Halle zu nutzen. Das Gymnasium leiht Materialien gerne aus und ist generell daran interessiert, dass die Anlage schnell wieder genutzt wird.

Bis zum letzten Kuscheltier

Weitere Sachspenden gingen ans Sozialkaufhaus Altenwalde, die letzten Kuscheltiere an die Ehrenamtskoordinatorinnen der Flüchtlingshilfe des DRK und Regale an die DRK-Bereitschaften. Ein großer Teil der Kleiderspenden fand nach nach einem Aufruf in unserer Zeitung Abnehmer im ganzen Landkreis. Eine Kröte war jedoch zu schlucken: Der Bestand, der noch zurückgehalten worden war, um damit eine Kleiderkammer in Süderwisch auszustatten, musste kürzlich verkauft werden (siehe Artikel unten).

Auch, wenn die Räume jetzt leer sind: Die Notunterkunft hat etwas Bleibendes hinterlassen, davon sind Bernward Kaltegärtner und Volker Kamps, Sprecher des DRK Cuxhaven-Hadeln, überzeugt. Dass zur Zeit des größten Flüchtlingszustroms landesweit schon sämtliche übergeordneten Kräfte gebunden waren, war für die lokale Ebene eine Chance: Bernward Kaltegärtner blieb gar nichts anderes übrig, als die örtlichen Hilfsorganisationen zusammenzuholen und stark aufs Ehrenamt zu setzen. Die Folge ist ein Netz an Kontakten, das es so vorher nicht gegeben habe. „Das hat uns gezeigt, wie schnell wir in Ausnahmesituationen – ich denke nur an Hochwasser – etwas aufbauen können.“

Nicht einfach abgewickelt

„In Großstädten haben Experten Notunterkünfte in die Wohngebiete gepflanzt. Die sind aber dort nicht verwurzelt“, erklärt er und Volker Kamps ergänzt: „Anderswo sind Unterkünfte abgewickelt worden. Hier ist etwas entstanden, worauf sich die Bevölkerung stützen kann.“ Die Hilfesysteme wendeten sich mehr und mehr nicht nur Flüchtlingen, sondern allen Hilfsbedürftigen zu.

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