Freut sich auf das neue Großprojekt in seiner Verantwortung: Andreas Kosch vom NLWKN in Stade erklärte den Teilnehmern der Herbstdeichschau die einzelnen Phasen beim Bau der neuen Otterndorfer Kanalschleuse. Foto: Sassen
Freut sich auf das neue Großprojekt in seiner Verantwortung: Andreas Kosch vom NLWKN in Stade erklärte den Teilnehmern der Herbstdeichschau die einzelnen Phasen beim Bau der neuen Otterndorfer Kanalschleuse. Foto: Sassen
Kanalschleuse

Otterndorf: Grünes Licht für Schleusenbau

06.11.2018

 OTTERNDORF. Der Startschuss für das derzeit größte Küstenschutzprojekt Niedersachsens ist gefallen.

Die Vorbereitungen für den Neubau der Otterndorfer Kanalschleuse sind angelaufen. In etwa zwei Wochen werden die ersten Arbeiter anrücken und Baucontainer einrichten. Das 30-Millionen-Projekt soll den Hadler Deichabschnitt sicher machen für die nächsten mindestens 100 Jahre. Das Prozedere auf der vier Jahre dauernden Großbaustelle stellte Projektleiter Andreas Kosch während der Herbstdeichschau in Otterndorf vor. (

8,60 Meter über Normal Null ist im Deichbau der Zukunft das Maß aller Dinge. Diese sogenannte Bestickhöhe fordert die Forschungsstelle Küste des NLWKN als Mindesthöhe für die Deiche zwischen Cuxhaven und Hamburg. Ein Klimazuschlag ist darin bereits enthalten. Die Deiche in Cuxhaven und Hadeln erreichen diese Höhe bereits. Das schwächste Glied im Küstenschutz war bisher die Schleuse am Hadler Kanal. Das rund 160 Jahre alte Bauwerk wird nun durch einen Neubau ersetzt, der in vier Jahren betriebsbereit sein soll. Erst dann können wieder Sportboote über den Hadler Kanal zwischen Weser und Elbe verkehren. Von Februar nächsten Jahres an wird der Kanal für Sportschiffer zur Einbahnstraße.

Ein Aus- und Einschleusen wird während der Bauzeit nicht mehr möglich sein. Zum gleichen Zeitpunkt wird eine provisorische Brücke über die Schleusenkammer gebaut. Sportboote können dann binnenseitig an einer neuen Steganlage von 75 Meter Länge festmachen.

Viel Gehirnschmalz haben die Planer vom NLWKN in Stade in Planung, Ausschreibung und Bauvorbereitung investiert. Fast neun Jahre sind von der ersten Planung bis zum Baubeginn vergangen, räumte Kosch ein.

Nach einer europaweiten Ausschreibung hat das Oldenburger Firmenkonsortium Ludwig Freytag / Tiefbau Unterweser GmbH den Zuschlag erhalten. Drei Aufgaben müsse der Neubau auch in Zukunft erfüllen: Kanalschleuse, Sturmflutschutz und Hinterlandentwässerung.

Trotzdem belegte Brötchen

Laut Planung soll ab Januar mit dem Bau eines neuen Schöpfwerks westlich der Schleuse begonnen werden, das auch nach Fertigstellung des Schleusenneubaus in Betrieb bleiben und das Medemschöpfwerk am Otterndorfer Hafen unterstützen soll. Die neue Entwässerung wird aus drei Stahlröhren mit einem Durchmesser von 1,40 Meter bestehen, die mit entsprechenden Pumpen gekoppelt werden.

Die künftige Schleusenkammer ist bemessen für ein Boot von maximal 24 Meter Länge und 8,60 Meter Breite. Im Falle einer Dockschleusung können Schiffe bis 33 Meter Länge das Bauwerk passieren. Der Tiefgang liegt bei rund 1,50 Meter.

Dank der Unterstützung von Melanie Kaletzki und Jörg Hein vom Wasser- und Bodenverband konnten die Deichgeschworenen und ihre Gäste im Gasthaus "Zur Schleuse" das traditionelle zweite Frühstück einnehmen. Sie hatten für Kaffee, belegte Brötchen und eine geheizte Gaststube gesorgt, nachdem der Pächter abgesprungen war und die Gaststätte seit Anfang November nach vier Jahren wieder einmal unbesetzt ist.

Bei den durchweg gut gepflegten Deichen setzt der Verband nach wie vor auf eine Beweidung mit Schafen. Ohne finanzielle Hilfe kommt Deichschäfer Kai Krogmann mit seinen 800 Mutterschafen aber kaum noch über die Runden, seit die Aufwendungen für den Schutz seiner Herde gegenüber Wolfsangriffen immer größer geworden sind.

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