Otterndorfer Altstadtfest fröhlich und friedlich
OTTERNDORF. Das 42. Altstadtfest lockte rund 25 000 Besucher nach Otterndorf. Von Wiebke Kramp
Wettergott war gestern. Heutzutage gibt es schließlich Wetter Apps – und alle verkündeten Unwetter ab 16 Uhr. Sollte der lang erhoffte Regen ausgerechnet das 42. Otterndorfer Altstadtfest durcheinanderwirbeln nach wochenlanger Schönwetterperiode?
Tatsächlich verdunkelte sich der Himmel zusehends. Da brauchte man noch nicht einmal auf sein Handy zu gucken. Schon tröpfelte es aus schwarzen Wolken, Windböen brachten die Luftballontrauben ordentlich in Wallung und die Menschen suchten angesichts von Blitzen und Donnergrollen Schutz unter Schirmen und Dächern. Zum Glück gab das Schietwetter nur ein kurzes Gastspiel. Das Unwetter zog an Otterndorf vorüber.
Tagsüber war es ein Familienfest, abends kamen die Partygänger auf ihre Kosten. Da hatten sich dann Regen- und Gewitterwolken längst wieder verzogen. Sicherheit wurde während der gesamten Zeit groß geschrieben. An den Ein- und Ausgängen der Festmeile standen mit Sand gefüllte Container als Schutzbarrieren. Eine deutliche Präsenz zeigte sowohl die beauftragte Security als auch die Polizei mit einer Sondereinheit.
Die Polizei spricht angesichts von circa 25 000 Besuchern von einem „normalen Verlauf“ und einem insgesamt friedlichen Fest. Allerdings kam es mit zunehmendem Alkoholpegel zu vorgerückter Stunde doch zu einigen Körperverletzungsdelikten bei den überwiegend jüngeren Besuchern. Die verschiedenen Situationen habe man schnell in den Griff bekommen, einige Besucher müssten sich nun mit eingeleiteten Strafverfahren auseinandersetzen.
Die DRK-Kreisbereitschaft Land Hadeln leistete mit insgesamt 50 Kräften, fünf Rettungs- und einem Notarzteinsatzfahrzeug Dienst. Gesamteinsatzleiter Torsten Tödt bilanziert: „An beiden Tagen versorgten wir insgesamt circa 50 Patienten. 20 Personen mussten wir ins Krankenhaus transportieren.“ Die Bandbreite war groß und reichte von Alkoholmissbrauch bis Bänderriss. Vor allem ab Mitternacht gab es für die Sanitäter jede Menge zu tun.
Wechselschichtig leisteten laut Ortsbrandmeister Alexander Meyer insgesamt 45 Leute der Feuerwehr Otterndorf Dienst.
Größtenteils war es ein friedliches, fröhliches Fest, mit Flohmarkt, Trödlern, Spielstraße, Fahrgeschäften und Musik in allen Gassen. „Es gibt wieder mehr Kinder, das ist gut für unser Geschäft, wir können also noch gar nicht in Rente gehen“, lachten Schausteller Renate und Alfred Hennig aus Cadenberge.
Lange Tradition hat der Kirschkernweitspuck-Wettbewerb unserer Zeitung und der Otterndorfer Tennisabteilung. Die Hobbysportler bauten diesmal die Arena erstmals am Rathausplatz auf. Auch Lokalprominenz wie der Landtagsabgeordnete Uwe Santjer oder Bürgermeister Thomas Bullwinkel versuchten dabei ihr Geschick.
Am Ende gewann Sven Kramer (Otterndorf) mit der größten Weite (11,60 Meter) vor Vorjahressieger Bastian Bach. Bei den Frauen wiederholte Inga Ketelsen aus Leck (9,40 Meter) ihren Vorjahressieg. Bei den Jugendlichen setzten sich Maxi und Franziska Schütz (Otterndorf) sowie bei den Kindern Janto van Hettinga (Aurich) und Anna Cordts (Neuenkirchen) durch.
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