Otterndorfer Campingplatz stößt an seine Grenzen: Kommt jetzt die Erweiterung?
OTTERNDORF. Der Campingplatz am See Achtern Diek platzt in der Saison aus allen Nähten. Nun wird über Erweiterungsmöglichkeiten diskutiert.
Urlaub im eigenen Land hat in Pandemie-Zeiten Konjunktur. Davon profitiert auch der Campingplatz in Otterndorf. Gegenüber dem ersten Pandemie-Sommer sind die Übernachtungszahlen 2021 gestiegen. Auch die aktuelle Buchungslage sieht bereits sehr gut aus. In der Politik und im Tourismus werden mittlerweile Stimmen laut, den proppenvollen Campingplatz zu erweitern.
Entspannen in den mobilen eigenen vier Wänden und doch weg vom Alltag zu Hause: Campen mit dem Van oder Wohnmobil ist derzeit schwer angesagt. Die Corona-Pandemie scheint diesem Trend nochmals einen Schub verpasst zu haben.
Viele Campingfans steuern den Campingplatz See Achtern Diek in Otterndorf an - so viele, dass Tourismus-Chefin Sabine Gütlein im Bericht über das Ergebnis 2021 von "sensationellen Zahlen" und dem "besten Jahr seit Bestehen" des Platzes spricht. Heißt konkret: 81.894 Gäste genossen im vergangenen Jahr den Urlaub in Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil. 2020 waren es 80.493 Campingplatz-Urlauber. Das ist ein Anstieg von 1,74 Prozent. "Ausgebucht sind wir seit Jahren in den Sommermonaten, aber 2021 konnten wir auch die Randzeiten sehr gut auslasten", erläutert Sabine Gütlein.
"Wir verpassen da was"
Der CDU-Ratsherr Normen Herting gießt allerdings Wasser in den Wein: Im Vergleich zu anderem Campingplätzen im Norden, die im Corona-Jahr 2021 Zuwächse in Höhe von 20 bis 25 Prozent verzeichnen konnten und zum Beispiel auf Glamping, eine luxuriöse Variante des Campingurlaubs, setzen, bewege sich in Otterndorf doch eher wenig. "Ich habe das Gefühl, dass wir da ein bisschen was verpassen", so Herting. Sabine Gütlein erwidert, dass mit dem in Otterndorf zur Verfügung stehenden Platzangebot "eine so hohe Entwicklungsrate wie bei anderen Plätzen nicht realisierbar" sei.
Weil der Mangel an Flächen das Wachstum begrenzt, stehen die Zeichen nun also auf Erweiterung. "Wir sehen durchaus die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung", sagt Stadtdirektor Frank Thielebeule. Sabine Gütlein sieht hier vor allem die Politik in der Pflicht. Es sei Aufgabe des Fachausschusses, "mögliche Überlegungen hinsichtlich einer Ausweitung des touristischen Angebotes des Campingplatzes konstruktiv zu begleiten."
Welche konkreten Pläne zur Erweiterung gibt es bislang? "Eine Möglichkeit wäre die Umnutzung von Dauerplätzen zu Tagesplätzen", erklärt Sabine Gütlein. Diese Möglichkeit werde aktuell diskutiert.
50 Prozent Dauercamper
Von den insgesamt 620 Stellplätzen auf dem Campingplatz See Achtern Diek sind derzeit 50 Prozent von Dauercampern belegt. "Wir verringern seit ein paar Jahren die Zahl, indem aufgegebene Dauerplätze in bestimmten Bereichen nicht wieder neu vergeben werden", sagt die Leiterin des Fachbereichs Tourismus.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob Dauercamper grundsätzlich wie Zweitwohnungsbesitzer zu behandeln sind. Dann wäre Zweitwohnungssteuer fällig. "Dieses Thema muss unbedingt von der Politik angegangen werden", meint Ute Mushardt, Ferienvermieterin und hinzugewähltes Tourismusausschussmitglied.
Auch außerhalb des Campingplatzes sehen Politik und Verwaltung touristisches Weiterentwicklungspotenzial. Stichwort: Wohnmobile. "Wir brauchen und suchen Stellflächen für Wohnmobilisten, aber das gestaltet sich nicht so einfach", sagt Tourismuschefin Sabine Gütlein.
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