Kraftstoff tritt aus

Panne im Kernkraftwerk Brunsbüttel

05.07.2017

BRUNSBÜTTEL. Erneute Panne im Kernkraftwerk Brunsbüttel. (red)

Dort ist bei der wiederkehrenden Prüfung eines Notstromdiesels festgestellt worden, dass Kraftstoff über den Zylinderkopf austritt. Dieser verteilte sich am vergangenen Donnerstag im sogenannten Dieselaufstellungsraum.

Da Brandgefahr bestand, wurde das Aggregat per Hand abgeschaltet. Weil die beiden anderen Notstromdieselaggregate uneingeschränkt zur Verfügung standen, war die Funktion des Sicherheitssystems auch nach Abschaltung des defekten Aggregats jederzeit gewährleistet. Ursache für das Austreten des Dieselkraftstoffs war eine undichte Einspritzdüse. Nach ihrer Demontage wurde festgestellt, dass offensichtlich ein falscher Dichtring verbaut worden war. Die Überprüfung der weiteren Einspritzdüsen an dem Notstromaggregat ergab keine Beanstandungen. Nach der Reparatur sollen die übrigen Notstromaggregate im Kraftwerk untersucht werden. Das schleswig-holsteinische Energiewendeministerium als Reaktoraufsichtsbehörde hat die Untersuchung des Ereignisses aufgenommen und unabhängige Sachverständige hinzugezogen.

Die Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks Brunsbüttel hat das Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung) zugeordnet und der Reaktorsicherheitsbehörde fristgerecht gemeldet. Orientiert an sicherheitstechnischer Bedeutung und Eilbedürftigkeit von Abhilfemaßnahmen werden meldepflichtige Ereignisse in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Normalmeldung (N) = Meldefrist fünf Arbeitstage, Eilmeldung (E) = Meldefrist 24 Stunden und Sofortmeldung (S). Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist bereits seit 2007 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich im Nachbetrieb. Die Stilllegung wird vorbereitet.

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