Die Schüler Maxim Saltsin und Maliak Barho informieren sich vor der Seeschleuse beim Neuen Fischereihafen über deren Funktionsweise. Foto: Potschka
Schule

Pilotprojekt: Rallye durch den Cuxhavener Fischereihafen

von Jens Potschka | 14.09.2019

CUXHAVEN. Der Fischereihafen von Cuxhaven gehört zur DNA der Stadt an der Elbmündung.

Als einstiger Standort der großen Hochseefischerei gibt es dort auch heute noch viele Fisch verarbeitende Firmen sowie Restaurants zu entdecken. Nach wie vor prägt die maritime Wirtschaft das weitläufige innerstädtische Areal. Diese Tatsache wieder verstärkt ins Bewusstsein der jungen Generation zu rücken, das ist eines der Ziele des Projektes "Außerschulische Lernorte in der Fischwirtschaft".

"Wir haben hier einen Zettel auf dem ganz viele QR-Codes angegeben sind, die können wir mit unseren Handys scannen und dann werden wir durch den Hafen geführt", erklärt Jamina Cancujo. Die Realschülerin ist eine von 25 Mädchen und Jungen, die am gestrigen Vormittag den Hafen in Form einer Rallye erkundeten. "Wenn wir an einem Ort angekommen sind, erhalten wir auf dem Smartphone ein Signal. Dann werden uns weitere Informationen und Aufgaben übermittelt", freut sich Lea Kühnemund. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 b beantworteten an diesem Vormittag zum Beispiel Fragen zur Funktionsweise der Seeschleuse, interviewten den Geschäftsführer eines Fischrestaurants, machten Selfies und Fotos und verfassten Sprachnachrichten. An insgesamt zwölf Stationen hielten sie an und lernten den Cuxhavener Hafen so Stück für Stück näher kennen.

In dem Pilotprojekt geht es thematisch um die Fischwirtschaft. Wie ist sie aufgestellt? Was gibt es für Unternehmen? Wie ist der Hafen struktureiert? Diese und weitere Fragen hat Annemarie Castillo von der Universität in Vechta zusammen gestellt. "Wir wollen den Hafen und die hier angesiedelte Wirtschaft für Cuxhavener Schüler erlebbar und erfahrbar machen", sagt Annemarie Castillo, die schon viel Erfahrung mit außerschulischen Lernorten gesammelt hat.

Projekt wurde verlängert

Während Erwachsene über die Bereiche Fischwirtschaft und maritimes Leben vor allem in Nationalparkhäusern und Museen regelmäßig Bildungs- und Informationsangebote erhalten, gibt es in der Region Niedersächsische Nordseeküste bislang nur wenige Beispiele für die Zusammenarbeit mit Schulen.

Das aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischfonds finanzierte Projekt möchte das nachhaltig ändern. "Das Projekt wurde soeben verlängert. Wir werden den Schulen in Cuxhaven also auch künftig weitere Angebote machen können", freut sich Annemarie Castillo, die mit dem engagierten Team vom Museum Windstärke 10 eng zusammengearbeitet hat.

"Das Museum war heute Morgen unser Treffpunkt. Dort vor dem großen Hafenmodell in der zentralen Ohlrogge-Halle hat und Dr. Jenny Sarrazin die Schüler ins Thema eingeführt. Sie erfuhren aus berufenen Munde viel Interessantes über die Geschichte Cuxhavens und deren Fischerei", berichtet Annemarie Castillo, die mit dem ersten Probedurchlauf der Rallye ganz zufrieden ist.

Im Anschluss an die Rallye war die Klasse 9b mit ihrer Lehrerin Christina Haas im Restaurant Meeresfrüchte zu einem Fischimbiss eingeladen. Für einige der Schüler eine neue Erfahrung. "Uns ist es wichtig, das die Schüler den Hafen mit allen Sinnen erfahren, dazu gehört natürlich auch ein Fischbrötchen", schmunzelt Castillo. Auch die Pädagogin Christina Haas zeigte sich von dem Projekt "Außerschulische Lernorte in der Fischwirtschaft" überzeugt: "Meinen Schülern hat es sichtlich gefallen. Sie nehmen viele Informationen mit. Einige Bereiche werden wir im Fach Wirtschaft im Unterricht noch einmal aufgreifen".

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

jpotschka@no-spamcuxonline.de

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