Plambeck wirbt für Kreuzfahrer-Terminal
CUXHAVEN. In fünf Jahren soll der Alte Fischereihafen zu einer touritischen Perle umgebaut sein. Bis dahin will Investor Norbert Plambeck Cuxhaven auch wieder als Kreuzfahrt-Terminal etablieren. (Von Thomas Sassen)
Plambeck hat inzwischen ziemlich konkrete Vorstellungen, wie das Areal Alter Fischereihafen, das er dem Land vor fünf Monaten abgekauft hat, einmal aussehen soll. Um möglichst viele Touristen und damit Kaufkraft in die künftige „Cuxhavener Hafencity“ zu locken, bezieht er auch die Tiefwasserliegeplätze am Steubenhöft in seine Überlegungen mit ein. Die sollen in Zukunft als „Tor zu Niedersachsen“ internationale Kreuzfahrtgäste nach Cuxhaven und Deutschland spülen. Dabei könnte sich der Nordholzer Flugplatz als Trumpfkarte erweisen.
Plambeck ist seit Wochen auf Werbetour für seine Ideen. Wichtige Impulse hat er von der Internationalen Tourismusmesse in Berlin mitgebracht. Dort hat er die Idee mit der Reaktivierung des Steubenhöfts als internationalen Kreuzfahrtterminal als Versuchsballon steigen lassen und auf Anhieb große Zustimmung aus Fachkreisen erfahren. Es gibt einen Bedarf und Cuxhaven habe die Pole-Position, um mit neuen Ideen Kreuzfahrtschiffe anzulocken, ist sich der Unternehmer sicher. Die nötige Infrastruktur sei mit dem Steubenhöft bereits vorhanden. Das Areal um die Hapag-Halle müsse nur aufgefrischt und der Zwischenstopp den Reedereien mit entsprechenden Ausflugsangeboten schmackhaft gemacht werden. Wie das eine Gruppe Cuxhavener Unternehmer schon einmal getan hat. Doch diesmal müssten alle in Stadt und Land den Karren mitziehen, damit die Vision Wirklichkeit wird. Einige Entscheidungsträger hätten seine Vorstellungen bereits wohlwollend zur Kenntnis genommen.
Doch warum sollten die Kreuzfahrer ausgerechnet in Cuxhaven Halt machen, statt nach Hamburg durchzufahren? Darauf hat Plambeck eine verblüffende Antwort parat: Weil die Schiffe eine zweimal sechsstündige Revierfahrt sparen und die Passagiere Cuxhaven künftig als „Tor zu Niedersachsen und Deutschland“ nutzen könnten. Die entscheidende Rolle spielt in diesem Konzept, die Möglichkeit, mit Charterflugzeugen via Flugplatz Nordholz alle großen Städte Deutschlands in maximal einer Stunde erreichen zu können.
Ausflug zum Oktoberfest
Ein Tagesausflug zum Oktoberfest, eine Besichtigung des Reichstags in Berlin oder eine Bustour nach Bremerhaven – alles kein Problem. Cuxhaven könne hier eine Nische bedienen, die Hamburg wegen seiner überlasteten Verkehrsinfrastruktur verstellt ist.
Gleichzeitig will Plambeck die Fischhallen auf der Ostseite des Alten Fischereihafens zu einem Schaufenster insbesondere für Ziele und Esskultur in Niedersachsen entwickeln und dadurch auch die Skeptiker im Landtag überzeugen, dass Investitionen in das künftige Kreuzfahrtterminal nicht nur Cuxhaven sondern auch anderen Tourismusregionen Niedersachsens helfen würden.
Region ist interessant
Der Cuxhavener Unternehmer ist überzeugt davon, dass die Schiffsreisenden nicht nur an den großen Metropolen, sondern auch an weniger bekannten Zielen interessiert sind, wenn sie etwas besonderes sind und entsprechend beworben werden. Diese Erfahrung habe er persönlich auf zahlreichen Kreuzfahrten gesammelt. Die Passagiere seien ein sehr buntes Völkchen mit teilweise ganz unterschiedlichen Interessen. Als Beispiel für naheliegende Ausflugsziele fallen Plambeck spontan Neuwerk, Helgoland, das Auswandererhaus in Bremerhaven, das Museum Windstärke 10 und das Aeronauticum ein.
Mit der Idee der Vernetzung des Alten Fischereihafens mit der Innenstadt und dem historischen Passagierschiff-Terminal Steubenhöft hatte Plambeck im Bieterverfahren schon den früheren Eigentümer NPorts überzeugt.
Hotelgutachten geplant
Über einen Bebauungsplan muss als nächstes mit Politik und Verwaltung verhandelt werden. Zusammen mit Jörg Staiger als Geschäftsführer der neuen GmbH Alter Fischereihafen Cuxhaven hat Plambeck bereits kleinere Projekte angeschoben. Als Erstes wird die Plambeck Holding in die beiden Dachetagen des historischen Nordseegebäudes umziehen. Außerdem ist Staiger mit dem Denkmalschutz wegen des geplanten Abrisses des nach dem Großbrand verbliebenen östlichen Teils der ehemaligen Auktionshalle im Gespräch. Schließlich soll ein Gutachten ermitteln, wie viele Hotelbetten Cuxhaven vor dem Hintergrund der Gesamtplanungen noch verkraftet.
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