Interessanter Job:

Reparaturauftrag für Mützelfeldtwerft

05.07.2016

CUXHAVEN. Die 54-köpfige Belegschaft der Cuxhavener Mützelfeldtwerft hat derzeit gut zu tun. Grund dafür ist vor allem ein großer Reparaturauftrag für einen Hochseeschlepper, der vor 12 Jahren auf der Werft gebaut worden war. Von Thomas Sassen  

Ein alter Bekannter hat sich bei der Cuxhavener Mützelfeldtwerft wieder eingefunden. Nicht nur „Waschen und Rasieren“ – also die komplette Unterbodenbehandlung – steht für den Offshore-Schlepper „Bremen Fighter“ auf dem Auftragszettel.

Dessen Besatzung hat in Portugal beim Verschleppen einer Bohrinsel einen dicken Schleppdraht in den Propeller bekommen. Mit der zweiten Maschine und halber Kraft kam der Kraftprotz kürzlich zur Reparatur in seiner Geburtsstadt Cuxhaven an. Der Draht hatte sich um eine der Antriebswellen gewickelt. Ergebnis: Der gesamte Antriebsstrang der Backbordmaschine ist beschädigt, das Getriebe beinahe ein Totalschaden. Nun muss zunächst der Draht wieder heraus.

Großer Reparaturauftrag für Mützelfeldt

Dazu wird jetzt das Ruderblatt ausgebaut, danach der beschädigte Propeller und schließlich wird vermutlich auch noch die Antriebswelle gezogen werden müssen. Ein kniffliger Auftrag für die Cuxhavener, die den Offshore-Schlepper 2004 unter dem Taufnamen „Primus“ als erstes und kleinstes Schiff einer ganzen Serie für das Hamburger Unternehmen Harms Bergung gebaut hatten.

Schlepper ist ein „alter Bekannter“

Zwölf Jahre hat das 48 Meter lange Kraftpaket mit einer Zugleistung von bis zu 100 Tonnen nun auf dem Buckel. Der Einsatz im harten Schleppgeschäft hat seine Spuren hinerlassen. Häufig wird das Schiff, das inzwischen unter der Flagge der URAG (Unterweser Reederei Aktiengesellschaft, Bremen) operiert, beim Verschleppen von Bohrinseln oder für die Hilfeleistung bei Havarien oder bei Projektverschiffungen benötigt.

„Normales Reparaturgeschäft“, nennt Claus Howoldt den Auftrag. Der 76-jährige und seine Frau verbringen inzwischen wieder viele Stunden auf der Werft, haben praktisch die Leitung übernommen, obwohl Howoldt senior nach seinem offiziellen Ausscheiden eigentlich nur einen Beratervertrag auf Stundenbasis für den damaligen Werftchef Felix von Waldow übernommen hatte. Der Eigentümer hat inzwischen gewechselt. Die Rönner-Gruppe aus Bremen/Bremerhaven hat die Cuxhavener Werft übernommen und will sie für das Reparaturgeschäft weiter fit machen, wozu eine größeres Dock von Vorteil wäre. Doch soweit ist es noch nicht. Erst einmal muss genug Arbeit für die derzeit 54 Beschäftigten gefunden werden. Deshalb ist Howoldt froh über den Reparaturauftrag für den Schlepper und die Endausrüstung für das neue Offshore-Serviceschiff „Windea la Cour“, das am Imperatorkai liegt. Viel ist für die Cuxhavener an dem nagelneuen Schiff nicht zu tun. „Da werden nur Kleinigkeiten an der Ausrüstung gemacht und der Heimathafen Gibraltar wird gegen Hamburg ausgetauscht“, sagt Howoldt.

Umflaggung von neuem  Service-Schiff für Siemens

Die „Windea la Cour“ wird in Kürze im Siemens-Windpark Gemini vor der holländischen Küste eingesetzt. Das Schiff dient als schwimmende Werkstatt und Hotelschiff für die Siemens-Monteure, die während ihrer zweiwöchigen Schicht quasi vor Ort stationiert sind. Je nach Auftrag und Wetterlage kann das Serviceschiff die Techniker auf den Windkraftanlagen mittels einer hydraulischen Gangway (die den Wellengang ausgleicht) direkt auf der unteren Plattform der Windkraftanlage absetzen und wieder abholen. Der Vorteil: Die Einsatzzeit verlängert sich täglich um bis zu vier Stunden gegenüber dem Ausbringen mit Crew Transfer Vessels, den kleinen Versetzkatamaranen. Außerdem kann das „Mutterschiff“ bis zu einer Wellenhöhe von 2,5 ausbringen. Siemens hat bereits zwei ähnliche Schiffe gechartert. Die „Esvagt Faraday“ betreut den Windparks Butendiek vor der Insel Sylt.

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