Rettungsboot für "Windstärke 10"
CUXHAVEN. Ein lange ausrangiertes Rettungsboot von der Ostsee wird zu Ostern als Blickfang vor dem Museum Windstärke 10 aufgestellt. (tas)
Noch steht es ziemlich verloren und versteckt unter einer Plane in der großen Schiffbauhalle der Cuxhavener Mützelfeldtwerft. Das wird sich auch erst zu Ostern 2017 ändern. Dann erhält das rot-grün-weiße Rettungsboot einen Ehrenplatz in Cuxhaven, und zwar als Blickfang auf dem „Fangplatz“ vor dem Museum Windstärke 10.
Übrigens wird der Ersatzneubau für den Cuxhavener Rettungskreuzer „Hermann Helms“ ebenfalls im kommenden Frühjahr erwartet. Er soll aller Voraussicht nach am Himmelfahrtswochenende in Cuxhaven getauft und in Dienst gestellt werden. Mit einem großen Fest, wie Hans-Joachim Katenkamp, Leiter des Informationszentrum Nordwest der DGzRS, vorab schon verriet. Offiziell sei der Termin allerdings noch nicht bestätigt.
Der Kreuzerneubau entsteht zurzeit auf der Fassmer-Werft in Berne an der Weser. Es ist der dritte Seenotrettungskreuzer der 28-Meter-Klasse der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Er soll die 1985 gebaute „Hermann Helms“ ablösen. Doch zurück zur „Swantje“: Der Oldtimer ist sieben Meter lang und 2,30 Meter breit, ein früher gängiges Rettungsboot der DGzRS. Von 1971 bis 1994 fuhren ehrenamtliche Seenotretter damit von der Station Laboe ungezählte Einsätze auf der Ostsee und der Kieler Bucht, zusammen mit einem zweiten Boot der „Doortje“. Die Kieler Bucht ist eines der am stärksten befahrenen deutschen Schifffahrtsreviere überhaupt.
Anschließend hatte die DGzRS das Boot an Kollegen vom litauischen Rettungsdienst abgegeben. Nachdem es zuletzt einem privaten Eigner gehört hatte, ist der kleine Kreuzer nun endgültig aus der Fahrt genommen und zum ständigen Landaufenthalt degradiert worden. Rumpf, Maschine und technische Anlage entsprechen längst nicht mehr den Anforderungen. Als vermutlich letzte Station wartet auf die „Swantje“ deshalb der Einsatz als landgestütztes Museumsboot.
Der Aluminiumrumpf wiegt nur 2,5 Tonnen und eignete sich daher gut für den Straßentransport. Auf der Cuxhavener Werft wurden mit einem Höchstdruckwasserstrahlgerät (2500 bar) alle Farbschichten entfernt und ein neuer Anstrich in den Originalfarben samt SAR-Schriftzug im Bugbereich aufgebracht. Frisch lackiert wartet die „Swantje“ nun auf das Frühjahr und ihre Überführung zum Museum. (Von Thomas Sassen)
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