Sand schaufeln für Hadelner Schleuse
OTTERNDORF. Der Neubau der Hadelner Kanalschleuse in Otterndorf nimmt Fahrt auf - für das Land Niedersachsen ein echtes Leuchtturmprojekt.
Für den ersten Spatenstich kamen sie eigentlich zu spät. Die Arbeiten für den Neubau der Hadelner Kanalschleuse laufen schon seit Monaten. Dennoch ließen Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD), Landrat Kai-Uwe Bielefeld und Anne Rickmeyer, Direktorin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), es sich nicht nehmen, zum Spaten zu greifen und im Beisein von Politikern und Baufirmen, Verwaltungs- und Verbandsmitarbeitern die Arbeiten offiziell zu eröffnen.
Die Bagger und Kräne ließen sich auch von der Ankunft der Festgäste in Anzug und Krawatte nicht aus dem Takt bringen. Gewaltige Mengen Erdreich sind an der Otterndorfer Schleuse bereits bewegt worden, riesige Rohre kamen am Donnerstag geflogen.
"Jetzt geht es erst so richtig los", erklärte Projektleiter Andreas Kosch vom NLWKN den geladenen Gästen bei einem Rundgang über die Baustelle. Nach überwiegend bauvorbereitenden Maßnahmen soll das Projekt ab Mitte April deutlich Fahrt aufnehmen. Dann wird es im Bereich der eigentlichen Schleuse die ersten größeren baulichen Eingriffe geben. "Es handelt sich um die derzeit größte Küstenschutzmaßnahme des Landes Niedersachsen", informierte Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz.
Lies ging auf die besondere Bedeutung des Küstenschutzes im Zusammenhang mit dem Meeresspiegelanstieg und den Klimawandel ein. Nach seiner Auffassung sei ein konsequentes Handeln aller Beteiligten für einen in die Zukunft gerichteten dauerhaften Küstenschutz von großer Bedeutung. "Das wird eine der ganz großen Herausforderungen", sagte Lies, der sich für intelligente Wassermanagementsysteme aussprach. Der Neubau der Hadelner Kanalschleuse leiste einen wichtigen Beitrag für den Küstenschutz. "Ich freue mich, dass das Projekt auf einem so guten Weg ist", sagte der Minister. Das Vorhaben liege nach dem Abschluss der ersten von insgesamt sieben Bauphasen voll im Zeitplan.
Damit das so bleibt, sind im Sommerhalbjahr zahlreiche Eingriffe geplant: Neben ersten Abbrucharbeiten an den Dalben und Teilen der alten Schleusenanlage von 1854 steht vor allem der Einbau von rückverankerten Spundwänden im Fokus. Sie sollen als Flügelwand der Schleuse sowie als bauzeitlicher Küstenschutz dienen. "Zuvor ist noch der Einbau einer Sickerschürze sowie der Aushub von Rohrleitungsgräben zur Verlegung entsprechender Rohre geplant, um die bauzeitliche Entwässerung fertigzustellen", erläuterte Bauleiter Andreas Kosch.
Ein großer Tag für Hadeln
"Das ist heute ein großer Tag für Hadeln", freute sich Harald Zahrte, Bürgermeister der Samtgemeinde Land Hadeln. Er hob neben der eigentlichen Schleusenaufgabe auch die Entwässerungsfunktion hervor, die für das Hinterland von so großer Bedeutung sei. Zahrte erinnerte auch an die Floß-Protestfahrt im Sommer 2016 auf dem Hadelner Kanal, initiiert durch den Kleinen Kulturkreis Steinau, mit der für den Bau eines Schöpfwerks demonstriert wurde - mit Erfolg.
Welche besondere Rolle der Küstenschutz im Landkreis Cuxhaven spielt, verdeutlichte Landrat Kai-Uwe Bielefeld in seinem Grußwort. In den vergangenen Jahren habe es für die Menschen am Deich schon einige kritische Situationen gegeben, "sowohl von hinten als auch von vorn". Mit dem Neubau komme nun hoffentlich etwas "Ruhe in den Laden". Er richtete gleichwohl mahnende Worte an die Landesregierung, den Küstenschutz als prioritäres Ziel zu verankern.
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