Schwimmbad in Hemmoor wird saniert: Noch mehrere Monate dicht?
HEMMOOR. Das Hemmoorer Schwimmbad wird für knapp 1,5 Millionen Euro saniert. Probleme ergeben sich für Schulen und den Schwimmverein.
Viele Schwimmbäder im Cuxland haben inzwischen ihren Betrieb wieder aufgenommen. In Hemmoor wird man darauf noch einige Monate warten müssen. Der Grund: Die laufende Schwimmbadsanierung zieht sich wahrscheinlich noch bis November hin - sehr zum Bedauern von Schulen und Schwimmvereinen aus Hemmoor und umzu.
Das Mitte der 70er-Jahre gebaute Schwimmbad ist mächtig gealtert. Eine umfassende (energetische) Sanierung hatte es vor knapp zehn Jahren gegeben. Dabei wurde insbesondere die Außenhülle neu gestaltet, um Energieeinsparungen zu erzielen. Bereits bei der damaligen Erneuerung war klar, dass es weiteren Sanierungsbedarf im Innenbereich der "Ostewelle" gibt.
Um diese Schwachstellen zu beseitigen, starteten im Januar die Sanierungsmaßnahmen, die zunächst den Austausch der kompletten Lüftungsanlage, der dazugehörigen Technik und der Lüftungskanäle umfasste. Die Samtgemeinde rechnet dadurch unter anderem mit einer Stromeinsparung durch eine verbesserte Wärmerückgewinnung. Die bislang genutzte Anlage war rund 30 Jahre alt; Ersatzteile werden dafür nicht mehr hergestellt. Allein für den Bereich der Lüftung, die durch die neue Technik für ein besseres und stärker steuerbares Raumklima sorgen soll, steht eine Investitionssumme von 720.000 Euro im Raum.
"Überraschung" im Beton?
Nicht viel weniger sind für die jetzt angelaufenen Beton- und Fliesenarbeiten mit einem Volumen von mehr als 680.000 Euro vorgesehen. Die sogenannten "Beckenköpfe" am Rand des Nichtschwimmerbeckens werden ersetzt. Hinzu kommt, dass auf einer Fläche von rund 420 Quadratmetern die Fiesen im Hallenbadbereich ausgetauscht werden. Zugleich geht es darum, bei Bohrungen zu ermitteln, ob möglicherweise die Bewehrung im Beton durch das chlorhaltige Wasser angegriffen worden ist. Es könnte also noch die eine oder andere Überraschung bei der Sanierung geben.
Übersichtlich im Vergleich zu den beiden anderen Schwerpunkte ist der Austausch des Kassensystems mit rund 33.500 Euro. Die bislang vorgesehene Gesamtsumme von mehr als 1,43 Millionen Euro muss die Samtgemeinde nicht alleine tragen. Über 670.000 Euro fließen aus öffentlichen Fördertöpfen nach Hemmoor.
Schwimmer vor Problemen
Dass das Hemmoorer Schwimmbad saniert wird, ist für Annette Lührs, die im Vorstand der Schwimmstartgemeinschaft (SSG) "An der Oste" ehrenamtlich tätig ist, eine gute Nachricht. Doch sie wundert sich über den langen Zeitraum. Dass wahrscheinlich erst im November das Hallenbad wieder von Schwimmsportlern genutzt werden kann, habe die SSG, die aus den Schwimmabteilungen des SC Hemmoor, des TSV Germania Cadenberge, des TSV Oberndorf des VfL Wingst gebildet worden ist, noch nicht erfahren. Der SSG stünde also auf absehbare Zeit auch nach den jetzt erfolgten Schwimmbadöffnungen nur das Wingster Bad zur Verfügung. "Doch dort erhalten wir auch nicht mehr Zeiten, um unserem Sport ausüben zu können", sagt sie.
Bislang habe man die Schwimmerinnen und Schwimmer mit Online-Trainingseinheiten ("Trockenschwimmen") und dem Appell, selbst durch Joggen oder Radfahren an der körperlichen Fitness zu arbeiten, bei Laune gehalten. Ob dies durch das weiterhin eingeschränkte Angebot auch künftig möglich sein wird, müsse man abwarten.
Ein Ausweichen auf andere Bäder bleibe eher Theorie: So bestätigte der Bürgermeister der Samtgemeinde Börde Lamstedt, Holger Meyer, dass im "Lambada" noch kein öffentlicher Badebetrieb möglich ist.
"Mehr Nichtschwimmer"
Angesichts der langen Sanierungsphase im Hemmoorer Schwimmbad müssen auch die Schulen umplanen. So auch Jürgen Baude als Rektor der Hemmoorer Osteschule. Er habe gehofft, dass nach den Sommerferien wieder der Schwimm- und Sportunterricht intensiviert werden könne. Gleichzeitig sorgt er sich um die Schwimmfähigkeit der Fünft- und Sechstklässler: "Darunter wird es jetzt nach langen Phase geschlossener Bäder sicherlich wesentlich mehr Nichtschwimmer als üblich geben." Dies sei nur durch zusätzliche Stunden aufzufangen.
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