Schwimmbad "Ostewelle" in Hemmoor: Sanierung dauert länger - Badegäste gucken in die Röhre
HEMMOOR. Nach einjähriger Sanierungsphase sollte das Hemmoorer Schwimmbad "Ostewelle" wieder öffnen. Doch daraus wird nichts. Woraus sich Badegäste einstellen müssen, haben wir zusammengefasst.
Staub statt Wasser, Bauarbeiter statt Badegäste: Die einjährigen Sanierungsarbeiten im Schwimmbad "Ostewelle" in Hemmoor dauern länger als geplant. Möglicherweise wird der Badebetrieb erst wieder im kommenden Jahr aufgenommen. Als offizielles Zeitfenster nennt die Samtgemeinde "Weihnachten / Anfang Januar". Die Ursache für die Verzögerung seien insbesondere Lieferprobleme beim Material, Desinteresse von Firmen an Aufträgen und die Folgen der Corona-Pandemie, die den Zeitplan gesprengt hätten.
Lüftungsanlage wird ersetzt
Das Bad ist Mitte der 70er-Jahre gebaut und zwischenzeitlich immer wieder instandgesetzt worden. Zuletzt gab es vor zehn Jahren eine umfangreiche Maßnahme, bei der aber die Verbesserung der energetischen Bilanz im Mittelpunkt stand. So erhielt die "Ostewelle" unter anderem eine neue und besser gedämmte Außenhülle, aber auch ein neu geformtes Dach. Außerdem wurde die Heizungsanlage erneuert und es gab einige Attraktivierungsmaßnahmen.
Allen Beteiligten war bei dem damals als "Leuchtturmprojekt" gefeierten energetischen Sanierungsvorhaben klar, dass es in den folgenden Jahren einen Nachschlag geben müsse, da die komplette Lüftungsanlage mit Technik und Kanälen ersetzt werden müsste.
Das galt auch für den Bereich des Betons und der knapp 500 Quadratmeter großen Fliesenfläche. So erfolgten nicht nur der Ersatz der sogenannten "Beckenköpfe" am Rand der Becken, sondern vielmehr auch Bohrungen, ob möglicherweise durch die alten Fliesenbeläge chlorhaltiges Wasser in den Beton eingedrungen und dort Teile der Bewehrung zerstört hat.
Verzögert haben sich die Lieferung und auch der Einbau von vier neuen Frischwasserpumpen. Die bislang genutzten Pumpen sind rund 40 Jahre alt und müssen ausgetauscht werden.
Ausweichen auf "Lambada"
Rund 1,4 Millionen Euro investiert die Samtgemeinde. Nahezu die Hälfte der Mittel werden der Kommune jedoch aus öffentlichen Fördertöpfen erstattet. Ein schwacher Trost für die rund 60 000 Badegäste, die normalerweise die "Ostewelle" besuchen. In Vereinen organisierte Schwimmsportler müssen, wenn es geht, auf andere Bäder ausweichen. Ein Schwimmunterricht an Schulen ist frühestens zum nächsten Schulhalbjahr wieder realistisch. Zudem ist es nicht möglich, die Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche in ausreichendem Maße anzubieten. Der Hemmoorer Schwimmbadleiter Marco Butt muss zu eingeschränkten Zeiten auf das Lamstedter "Lambada" ausweichen, aber er darf auch nur mit einer beschränkten Teilnehmerzahl arbeiten.
"Wir können die Wiedereröffnung kaum erwarten und freuen uns auf euch", heißt es auf der Homepage des Bades. Umgekehrt gilt dies für die Badegäste wohl genauso.
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