Sieben Bauphasen beim Schleusen-Neubau in Otterndorf
OTTERNDORF. Die Stadt Otterndorf bekommt schon bald eine weitere Großbaustelle - die Kanalschleuse wird neu gebaut.
In einer Anliegerversammlung hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) jetzt Details zur Baumaßnahme bekannt gegeben, die voraussichtlich drei Jahre dauern wird.
Auch wenn es kaum einer mitbekommen hat: Der Neubau der Kanalschleuse hat schon im August begonnen. Der erste Spatenstich ist zwar noch nicht erfolgt, doch im Hintergrund laufen bereits viele Vorarbeiten - von der Werkstattplanung bis zur Materialbestellung. "Die Baustelleneinrichtung ist bis Ende 2018 vorgesehen", sagt Carsten Lippe, Pressesprecher beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.
Während der Anliegerversammlung informierte der NLWKN darüber, dass insgesamt sieben Bauphasen geplant sind, wobei von einer Kernbauzeit von drei Jahren ausgegangen wird. Die Sperrung für die Schifffahrt wird zwischen Februar 2019 und April 2022 notwendig, um die umfassenden Baumaßnahmen an dem Bauwerk durchzuführen.
Neues Betriebsgebäude
Die erste Bauphase ist bis April 2019 vorgesehen. Dann wird unter anderem binnendeichs eine Behelfsbrücke über die vorhandene Schleusenkammer errichtet, damit die bisherige Brücke über die Schleuse abgerissen werden kann. Dieser Abriss und weitere Abbruch- und Bauarbeiten gehen in der zweiten Bauphase über die Bühne, die voraussichtlich von April bis September 2019 dauert. In der dritten Bauphase - von September 2019 bis April 2020 - werden unter anderem die Baugrubenwand und die Schottwand eingebaut. Stahlbetonbauarbeiten an der Kanalschleuse stehen in der vierten und fünften Bauphase (bis April 2021) im Mittelpunkt. Außerdem wird ein neues Betriebsgebäude errichtet.
Die Schleusen-Ausrüstung, die Flügelwände und der Bau einer neuen Brücke werden die sechste Phase (von April bis September 2021) bestimmen.
Restarbeiten und der Probebetrieb der neuen Kanalschleuse sind nach den NLWKN-Plänen für die siebte Bauphase ab Mitte September 2021 vorgesehen.
Im April 2022 soll die neue Hadelner Kanalschleuse fertig sein. Insgesamt wird der Neubau etwa 30 Millionen Euro kosten.
Wichtiges Thema der Anliegerversammlung war natürlich der Baustellenverkehr. Er soll landseitig ausschließlich über die östliche Seite, konkret über die Straße "Am Kanal", erfolgen. 100 Meter vor und 100 Meter hinter den Wohngebäuden wurde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h beantragt.
Klar ist, dass die Bauarbeiten nicht ohne Geräusche ablaufen werden. "Über den gesamten Bauzeitraum, verteilt in insgesamt 32 Wochen, sind Rammarbeiten unter Einsatz einer Schlagramme notwendig", informierten die NLWKN-Mitarbeiter. Der Landesbetrieb sei bemüht, Lärmbelästigungen durch die Baumaßnahmen für Anwohner so gering wie möglich zu halten. "Das Gewerbeaufsichtsamt Cuxhaven hat die zu erwartenden Lärmimmissionen berechnet. Die hierbei ermittelten Geräuschspitzen überschreiten an keiner Stelle die zulässigen Immissionsrichtwerte", so der NLWKN. Während lärmintensiver Arbeiten werde außerdem ein Sachverständiger baubegleitend Schallmessungen durchführen. "Bei Überschreitung der Immissionsgrenzwerte werden zusätzliche Maßnahmen zur Lärmminderung eingeleitet."