So früh wie möglich Wege für Kinder finden
Viele Fachleute arbeiten in der Frühförderstelle des Landkreises zusammen
<b>mr. -Â Als Modellprojekt ist die Frühförderstelle beim Landkreis Cuxhaven vor 18 Jahren eingerichtet worden - und sie hat bis heute Bestand: "Wir sind froh, dass wir so arbeiten können", sagen Koordinatorin Inka Haas und Kinderarzt Thomas Pfeiff, "immerhin befinden sich die nächsten sozialpädiatrischen Zentren erst in Bremen und Hamburg." </b>
Das besondere in der Frühförderstelle ist das Zusammenwirken verschiedener Professionen: Krankengymnasten, Psychologen, Frühförderer/Heilpädagogen, Logopäden und Kinderarzt schauen sich das Kind - üblicherweise in einer Spielsituation - gemeinsam an und beraten, ob Frühförderung oder andere Fördermaßnahmen ratsam sind. Dabei ist keinerlei Überweisung von Kinder- oder Hausarzt notwendig.
Allerdings gibt es Wartelisten. Inka Haas rät daher, nicht zu lange zu warten - zumal bei Krankheiten, Behinderungen oder Voraussetzungen, bei denen eine notwendige Förderung schon abzusehen ist, etwa bei Frühgeborenen. "Manchmal kommen wir auch zu der Empfehlung, dass man mit Maßnahmen noch warten kann", berichtet Thomas Pfeiff, Kinderarzt beim Kreis, "aber die Kinder werden dann regelmäßig wieder vorgestellt, um ihre Entwicklung zu beobachten."
An meist zwei Terminen pro Woche trifft sich das Team im Kreishaus; rund 18 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren können im Monat begutachtet werden. Das Ergebnis kann dann eine Empfehlung für die Frühförderung oder andere therapeutische Maßnahmen sein. Die Vorstellung ist für gesetzlich krankenversicherte Eltern kostenlos.
Die Kosten für eine Frühförderung, die im Kreis Cuxhaven von vier verschiedenen Anbietern durchgeführt wird und nicht nur die Arbeit mit dem Kind, sondern auch die Beratung der Eltern bedeutet, trägt das Amt für finanzielle Hilfen, sofern das Gutachten zu dem Ergebnis kommt, dass die Kinder behindert oder von einer Behinderung bedroht sind, was nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist. Mit dem Eintritt in den Kindergarten und der Übergabe an weitere Fachleute ist oft die Frühförderung beendet.
Neben augenfälligen Behinderungen stoßen die Berater immer häufiger auf Störungen, die auf eine soziale Vernachlässigung zurückzuführen sind.
Auf bestimmt 20 bis 30 Prozent schätzt Inka Haas den Anteil. "Vielen Eltern fehlt zunehmend das Gefühl dafür, was für ein Kind wichtig und entwicklungsfördernd ist." Erschreckend sei auch die Zunahme an Sprachstörungen.
Häufige Voraussetzungen für eine Frühförderung sind darüber hinaus angebotene Missbildungen und Körperbehinderungen, Epilepsie, Seh- und Hörbehinderungen oder das Down-Syndrom.
Die Beratungsstelle für Frühförderung und Früherkennung sieht sich in all diesen Fällen als erste Ansprechstelle für die Eltern - ohne natürlich mit den niedergelassenen Ärzten in Konkurrenz treten zu wollen. Inka Haas ist zwecks Terminabsprache am besten vormittags unter der Nummer 66-2085 zu erreichen. Im Moment ist allerdings Urlaubszeit.
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